Eine Paxlovid-Pille der US-Firma Pfizer gegen Covid-19 | dpa

Covid-Medikament von Pfizer US-Regierung verdoppelt Paxlovid-Order

Stand: 04.01.2022 22:48 Uhr

Die USA werden von einer Omikron-Welle überrollt - die Krankenhäuser rüsten sich für weitere Corona-Patienten. Im Kampf gegen Covid soll auch das Pfizer-Medikament Paxlovid helfen - die Biden-Regierung hat noch einmal nachbestellt.

Die US-Regierung wird ihre Bestellung des vielversprechenden Covid-19-Medikaments Paxlovid verdoppeln. Beim Pharmakonzern Pfizer würden Pillen geordert, um bis zu 20 Millionen Patienten behandeln zu können, erklärte Präsident Joe Biden im Weißen Haus. "Vielleicht brauchen wir sogar mehr", sagte Biden mit Blick auf die kommenden Monate. Das Medikament werde viele Krankheitsaufenthalte und Todesfälle verhindern. Zusammen mit dem deutschen Unternehmen BioNTech vertreibt Pfizer bereits einen viel genutzten Impfstoff gegen das Coronavirus.

Im November hatte Biden bereits eine Bestellung für zehn Millionen Behandlungen mit einem Auftragsvolumen von 5,3 Milliarden US-Dollar (4,7 Milliarden Euro) angekündigt. Das entspricht einem Preis von 530 Dollar pro Patient. Das Pfizer-Medikament solle in den USA "einfach erhältlich und kostenlos" sein. Die ersten zehn Millionen Packungen sollen nach Angaben des US-Pharmakonzerns bis Ende Juni ausgeliefert werden, die zweite Hälfte bis zum Jahresende.

Medikament für Patienten ab zwölf Jahren

Paxlovid erhielt in den USA am 23. Dezember eine Notfallzulassung der nationalen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA. Mit dem Medikament sollen positiv getestete Corona-Patienten ab zwölf Jahren mit milden bis mittleren Symptomen sowie einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf behandelt werden. Nach Angaben des Herstellers sollen über fünf Tage zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten eingenommen werden.

Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-Patienten um fast 90 Prozent senke. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach ersten Symptomen. Ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben. Das Medikament besteht unter anderem aus dem Wirkstoff Nirmatrelvir, der ein SARS-CoV-2-Protein hemmt. Damit soll die Vermehrung des Virus gestoppt werden.

Bundesregierung hofft auf Zulassung im Januar

Die Bundesregierung hat bei Pfizer eine Million Packungen Paxlovid bestellt. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat sein Ministerium zudem die Lieferung einer weiteren Million Einheiten optioniert. Die Regierung hofft noch für Januar auf eine Zulassung des Medikaments.

In den USA ist neben Paxlovid auch das Corona-Medikament Molnupiravir des Pfizer-Konkurrenten MSD zugelassen worden. Das Mittel hat beim Verhindern von Krankenhauseinweisungen und tödlichen Krankheitsverläufen allerdings eine Wirksamkeit von lediglich 30 Prozent.