EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden auf dem Weg zur Vorstellung der Initiative. | AP

UN-Klimakonferenz Dutzende Staaten wollen Methan reduzieren

Stand: 02.11.2021 15:44 Uhr

Mehr als 80 Staaten haben sich in Glasgow einer Initiative der USA und EU angeschlossen, um den Ausstoß des Treibhausgases Methan bis 2030 um 30 Prozent zu verringern. Die USA stellten zudem einen "aggressiven" nationalen Plan vor.

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow haben sich mehr als 80 Staaten einer Initiative der EU und der USA angeschlossen, um den Ausstoß von klimaschädlichem Methan zu reduzieren. "Den Ausstoß von Methan zu reduzieren, ist eines der effizientesten Dinge, die wir tun können", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Glasgow. Sie stellte den Pakt gemeinsam mit US-Präsident Joe Biden vor.

Biden optimistisch, Ziel zu übertreffen

Bis 2030 solle demnach die Menge des in die Atmosphäre abgegebenen Treibhausgases um mindestens 30 Prozent verringert werden, hieß es in einer Erklärung. Methan ist das zweitschädlichste Treibhausgas und verantwortlich für Klimaerwärmung und Luftverschmutzung. Biden sagte, das 30-Prozent-Ziel könne wahrscheinlich sogar übertroffen werden.

Zu den Unterzeichnern der Initiative, die bereits im September gestartet worden war, gehören etwa auch Großbritannien, Frankreich, Kanada, Israel und Japan. Wenn die Initiative erfolgreich umgesetzt wird, könnte die Klimaerwärmung bis 2050 der EU-Kommission zufolge um rund 0,2 Grad reduziert werden.

USA wollen Bohrlöcher versiegeln

Biden präsentierte zugleich einen nationalen Aktionsplan zur Reduzierung des Methan-Ausstoßes in den USA.

Die Umweltschutzbehörde EPA schlage in diesem Rahmen ausgeweitete Vorschriften für neue Öl- und Gasbohrlöcher vor, teilte das Weiße Haus mit. Die Bundesstaaten würden erstmals aufgefordert, Pläne zur Reduzierung des Methan-Ausstoßes zu entwickeln.

Das Innenministerium werde ein "aggressives Programm" starten, um Hunderttausende nicht mehr genutzte Öl- und Gasbohrlöcher zu versiegeln. Vorschriften für Betreiber von Pipelines würden verschärft, um gegen Methan-Lecks vorzugehen. Bei Mülldeponien solle der Ausstoß des klimaschädlichen Gases stark begrenzt werden.

Stark verantwortlich für Klimaerwärmung

Methan entsteht zum Beispiel in der Landwirtschaft, auf Abfalldeponien oder in der Öl- und Gasindustrie. Einer von der EU-Kommission zitierten Statistik des Weltklimarats (IPCC) zufolge ist Methan für die Hälfte der bisherigen Klimaerwärmung von rund einem Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2021 um 20:00 Uhr.