Eine Mitarbeiterin steht in einem Corona-Testzentrum in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien. | AFP

Folgen der Corona-Pandemie US-Lebenserwartung massiv gesunken

Stand: 22.12.2021 16:12 Uhr

Die Lebenserwartung in den USA ist 2020 so stark gesunken wie seit 75 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle auf ein neues Jahreshoch. Der Hauptgrund für beide Entwicklungen ist die Corona-Pandemie.

Die Zahl der Todesfälle in den USA steuert nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf ein neues Jahreshoch zu. Nach bislang vorliegenden Informationen dürfte die bisherige Rekordzahl aus dem vergangenen Jahr 2021 voraussichtlich um mindestens 15.000 übertroffen werden, erklärte ein Sprecher der Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung (CDC). Für November und Dezember werden vollständige Zahlen allerdings erst in einigen Wochen erwartet.

Das bisherige Hoch bei den Todeszahlen von 2020 wird vor allem auf die Corona-Pandemie zurückgeführt. In einem CDC-Bericht werden für vergangenes Jahr abschließend etwa 3,384 Millionen Todesfälle im Land genannt, rund 25.000 mehr als bei einer früher veröffentlichten vorläufigen Zählung.

Corona reduziert Lebenserwartung deutlich

Dies hat auch Auswirkungen auf die  Lebenserwartung bei der Geburt für die gesamte US-Bevölkerung: Sie lag laut CDC im vergangenen Jahr bei 77,0 Jahren - im Vorjahr waren es noch 78,8. Hauptursache für den Rückgang ist die Corona-Pandemie.

Der aktuelle CDC-Bericht folgt auf einen vorläufigen Bericht vom Juli und enthält die finalen Daten. Demnach lag die Lebenserwartung bei den Männern im vergangenen Jahr bei 74,2 Jahren und bei den Frauen bei 79,9 Jahren.Ein Anstieg der jährlichen Todeszahlen ist generell nicht ungewöhnlich. Von 2018 bis 2019 etwa stieg die Zahl um fast 16.000 - vor der Corona-Pandemie.

Corona dritthäufigste Todesursache

Das Corona-Virus traf die USA ab etwa März 2020 hart und wurde nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zur dritthäufigsten Todesursache. Im vergangenen Jahr war Covid-19 in etwa 351.000 Fällen die zugrundeliegende Todesursache. In diesem Jahr liege die Zahl bereits bei 356.000 und könnte noch auf 370.000 steigen, sagte Anderson.

Historisches Tief auch bei Bevölkerungswachstum

Laut der US-Statistikbehörde drückte die Pandemie das Bevölkerungswachstum auf den niedrigsten Stand in der Geschichte. Dies sei zum Teil auf Todesfälle durch das Virus und einen Rückgang der Einwanderung zurückzuführen. In den zwölf Monaten vor dem 1. Juli wuchs die US-Bevölkerung demnach um 392.665 oder 0,1 Prozent, "die niedrigste Rate seit der Gründung der Nation", wie die Behörde erklärte.

In den USA sind seit Beginn der Pandemie mehr als 808.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben - die weltweit höchste registrierte Zahl. Derzeit erleben die Vereinigten Staaten wie viele andere Länder auch wegen der Omikron-Variante einen neuen massiven Anstieg der Infektionszahlen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Dezember 2021 um 16:35 Uhr.