Die Silouette eines Kohlekraftwerks im US-Bundesstaat Missouri bei Sonnenuntergang (Archivbild). | AP

UN-Initiative USA wieder Freund von Klima und Sicherheit

Stand: 09.04.2021 02:08 Uhr

Die USA sind nach ihrer Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen auch der UN-Initiative "Freundeskreis Klima und Sicherheit" beigetreten. Der deutsche UN-Botschafter sieht darin einen wichtigen Schritt.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Ein alter Freund ist zurück. Im Kampf ums Klima. "Wir stehen bereit. Wir stehen zusammen", erklärt die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas Greenfield. Sie sei stolz darauf, dass ihre Regierung dem Pariser Klimaabkommen wieder beigetreten sei. Nun spiele ihr Land auch wieder im "Freundeskreis Klima und Sicherheit" mit. Denn beide Bereiche seien untrennbar.

Nicht nur ist unser aller Klima bedroht, sondern es geht um unsere gemeinsame Sicherheit. Das Pentagon hat den Klimawandel als nationale Sicherheitsbedrohung eingestuft und als Multiplikator von Bedrohungen.
Antje Passenheim ARD-Studio New York

Wo Wasser und Nahrungsmittel knapp werden, entstehen Konflikte. Der steigende Meeresspiegel gefährdet kleine Inselstaaten. Buschbrände und Überschwemmungen vernichten Lebensraum. Um solchen sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels zu begegnen, hatte sich vor drei Jahren die Freundesgruppe "Klima und Sicherheit" gegründet. Auf Initiative von Deutschland und dem kleinen Inselstaat Nauru im Pazifik. Doch die USA scherten unter der Trump-Regierung aus. Nun sind sie wieder da - ein besonderer Moment für den deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen.

Mit dem Beitritt der USA wird dieses Thema Klima und Sicherheit in den Gremien der Vereinten Nationen, insbesondere auch im Sicherheitsrat, vorangetrieben.

Kommt jetzt die Klima-Resolution im Sicherheitsrat?

Dort wollte der Freundeskreis im vergangenen Sommer auch eine Klima-Resolution durchbringen. Doch es fehlte die Unterstützung der USA. Mit ihr ihm Rücken könnte der Beschluss nun wieder eine Chance haben, sagt Heusgen.

Was aus unserer Sicht zentral ist, ist, dass der Informationsfluss besser läuft. Das ist, dass der Sicherheitsrat in seinen Entscheidungen informiert ist darüber, wo es aufgrund von Klimawandel Gefahren für Sicherheit und Frieden gibt.

Ziel der Gruppe ist ein UN-Sonderbeauftragter für Klima und Sicherheit - nach dem Vorbild des Klimabeauftragten John Kerry in der Regierung in Washington.

Und wir sehen ja, wie sehr dadurch, dass man eine Persönlichkeit ernennt, die Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt wird und die Erfolgschancen steigen, dass tatsächlich auch notwendige Entscheidungen getroffen werden.

Mit 27 Staaten hat der Freundeskreis Klima und Sicherheit von zweieinhalb Jahren begonnen. Heute sind es mehr als doppelt so viele Mitglieder.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. April 2021 um 05:44 Uhr.