Als geprägte Münzen dargestellte, gold glänzende Bitcoins | REUTERS

Nach Hackerangriff in den USA Bitcoins in Milliardenhöhe beschlagnahmt

Stand: 09.02.2022 18:14 Uhr

Bei einem Hackerangriff wurden 2016 fast 120.000 Bitcoins gestohlen. Damals waren sie Millionen US-Dollar wert, heute sind es Milliarden. Nun hat das Justizministerium einen Großteil der Beute beschlagnahmt.

Mehr als fünf Jahre nach einem Hackerangriff auf die Onlineplattform Bitfinex hat die US-Regierung damals erbeutete Bitcoins im heutigen Wert von 3,6 Milliarden US-Dollar sichergestellt. Umgerechnet entspricht das etwa 3,2 Milliarden Euro. Damit handele es sich um die bislang größte Beschlagnahme von Finanzanlagen durch das US-Justizministerium.

Die Attacke auf die Krypto-Handelsplattform fand im Jahr 2016 statt. Nun wurde ein Ehepaar festgenommen, das für diesen Angriff verantwortlich sein soll. Die 34 und 31 Jahre alten Verdächtigen wurden laut US-Justizministerium im New Yorker Stadtteil Manhattan gefasst.

"Die heutigen Festnahmen und die größte finanzielle Beschlagnahme der Geschichte durch das Ministerium zeigt, dass Kryptowährungen kein sicherer Zufluchtsort für Verbrecher sind", erklärte Vize-Justizministerin Lisa Monaco. Die Behörden seien in der Lage, Geldflüsse nachzuvollziehen - "egal in welcher Form".

Vom Millionen- zum Milliardenwert

Die Beschuldigten sollen bei dem Hackerangriff 2016 mehr als 119.750 Bitcoins ergattert haben. Damals besaß die Kryptowährung insgesamt einen Wert von 71 Millionen Dollar - der Bitcoin-Kurs war noch viel niedriger. Zum Vergleich: Mitte 2016 hatte der Umtauschpreis der ältesten und bekanntesten Kryptowährung noch unter 600 Dollar gelegen. Zuletzt kostete ein Bitcoin rund 43.000 US-Dollar.

Heute wären die gestohlenen Bitcoins insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar wert, die Behörden konnten nur einen Teil der erbeuteten Währung beschlagnahmen. Das Ehepaar habe versucht, mithilfe von mehr als 2000 nicht genehmigten Transaktionen die Bitcoins zu waschen. Das Justizministerium sprach von einem "Labyrinth an Kryptowährungs-Transaktionen".

Die beiden Verdächtigen müssen sich nun wegen des Verdachts auf Verschwörung zur Geldwäsche und Betrug verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Haftstrafen von mehr als 20 Jahren.

Bitfinex strebt Rückzahlung an

Unklar ist, was nun mit den beschlagnahmten Bitcoins passiert. Die Handelsplattform Bitfinex kündigte an, alle rechtlichen Mittel für eine Rückzahlung ergreifen zu wollen. Vonseiten des Justizministeriums hieß es, es werde ein Gerichtsverfahren angestrebt, bei dem Geschädigte ihre gestohlenen Bitcoins zurückfordern können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Februar 2022 um 20:00 Uhr.