Menschen demonstrieren vor dem US Supreme Court für den Erhalt des "Dreamer"-Programms (Archivbild) | REUTERS

US-Einwanderungsdekret Richter kippt Schutzprogramm für "Dreamer"

Stand: 17.07.2021 08:47 Uhr

Das sogenannte DACA-Programm verhindert die Ausweisung von Einwanderern, die als Kind in die USA kamen. Ein Bundesrichter hat das Schutzprogramm nun gekippt. Es sei von der Obama-Regierung illegal eingeführt worden.

Ein Bundesrichter in Texas hat das Ende eines Programms aus der Zeit von US-Präsident Barack Obama angeordnet, das die Ausweisung mancher als Kind in die USA gebrachter Einwanderer verhinderte. Bezirksrichter Andrew Hanen entschied damit im Sinne von Texas und acht anderen konservativ regierten Staaten. Sie hatten auf einen Stopp des sogenannten DACA-Programms (Deferred Action for Childhood Arrivals) geklagt, das etwa 650.000 Menschen begrenzten Schutz bietet.

Wer sich bereits für das Programm registriert hat, verliert den Schutz nicht. Die Entscheidung von Richter Hanen verhindert aber die Genehmigung neuer Anträge. US-Präsident Joe Biden hatte im Wahlkampf versprochen, DACA beizubehalten. Er hat Behörden bereits angewiesen, sich darum zu bemühen, das Programm zu erhalten. Mit Hanens Entscheidung wird Bidens Handlungsfähigkeit in der Frage eingeschränkt, der Druck auf ihn und die den Kongress kontrollierenden Demokraten wächst damit.

Selbst Befürworter von DACA haben vor Gericht erklärt, dass für einen dauerhaften Schutz der Betroffenen vor Ausweisung ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz nötig sei. Richter Hanen hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, der Kongress müsse aktiv werden, wenn die USA den als "Dreamers" bekannten Betroffenen Schutz gewähren wollten.

Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses liegt auf Eis

Das Abgeordnetenhaus verabschiedete im März einen Gesetzentwurf, der "Dreamers" einen Weg zur Einbürgerung eröffnet. Im Senat liegt die Vorlage jedoch auf Eis. Die Klägerstaaten hatten argumentiert, dass Präsident Obama 2012 nicht befugt gewesen sei, ein Programm wie DACA zu schaffen, da der Kongress umgangen worden sei. Das Programm belaste ihre Mittel für Bildung und Gesundheit. Alle Klägerstaaten - neben Texas Alabama, Arkansas, Kansas, Louisiana, Mississippi, Nebraska, South Carolina und West Virginia - hatten republikanische Gouverneure oder Generalstaatsanwälte.

In seinem Urteil schrieb Hanen, die Staaten hätten die Härten nachgewiesen, die der dauerhafte Betrieb von DACA ihnen auferlegt habe. Zudem habe die Regierung kein legitimes Interesse an der Fortsetzung "eines illegal eingeführten Programms".

DACA gilt zwar allgemein als Programm für junge Einwanderer, doch leben viele Betroffene schon seit mehr als einem Jahrzehnt in den USA, nachdem sie illegal ins Land gebracht wurden oder die Gültigkeit ihres Visums abgelaufen war. Nach Zahlen des liberalen Centers for American Progress haben rund 254.000 Kinder mindestens ein Elternteil, das unter dem Schutz von DACA steht. Einige Betroffene sind selbst Großeltern.  

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 17. Juli 2021 um 07:38 Uhr.

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KOMMENTARE

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fathaland slim 17.07.2021 • 18:11 Uhr

15:56, Michael O

>>was heißt illegal heißt das man etwas macht das nicht in Ordnung ist und gegen Gesetze verstößt! - wenn ich ein Haus ohne Baugenehmigung baue muss ich es abreißen. - wenn ich in ein Land illegal einreise darf ich mich nicht wundern wenn ich wieder raus muss Das linke Menschen meinen etwas tun zu können und zu dürfen (siehe die Hausbesetzer und andere Aktivisten) und meinen im Recht zu sein finde ich schon seltsam.<< Ein sehr großer Teil der heutigen US-Staatsbürger sind Nachfahren ursprünglich illegaler Einwanderer.