Polizisten stehen nach Schüssen in einem Supermarkt vor dem Geschäft.  | dpa

US-Stadt Buffalo Zehn Tote nach Schüssen in Supermarkt

Stand: 15.05.2022 00:14 Uhr

Bei Schüssen in einem Supermarkt in Buffalo im US-Bundesstaat New York sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurde der Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittler schließen ein rassistisches Motiv nicht aus.

Nach Schüssen in einem Supermarkt in der US-Stadt Buffalo sind Polizeiangaben zufolge mindestens zehn Menschen getötet worden. Zudem seien drei Personen verletzt worden, sagte Polizeichef Joseph Gramaglia. Es ist unklar, ob die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte.

Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt ist der Schütze in Gewahrsam genommen worden. "Der Schütze stammte nicht aus dieser Gemeinde", sagte Byron Brown bei einer Pressekonferenz. "Der Schütze reiste stundenlang von außerhalb dieser Gemeinde an, um dieses Verbrechen an den Menschen in Buffalo zu verüben."

Nach Angaben der Polizei war der Täter schwer bewaffnet und eröffnete das Feuer bereits auf dem Parkplatz des Supermarkts.

FBI geht Verdacht eines rassistischen Motivs nach

Der Schütze von Buffalo hatte möglicherweise ein rechtsradikales Motiv für seine Tat. "Wir untersuchen diesen Vorfall sowohl als Hassverbrechen als auch als Fall von rassistisch motiviertem, gewaltbereitem Extremismus", sagte ein Ermittler der US-Bundespolizei FBI.

Der 18-jährige Angreifer sei in den Tops Friendly Market gestürmt und habe möglicherweise den Angriff live im Internet gestreamt. Man untersuche, ob er auch ein ideologisches Manifest hinterlassen habe und ob der Mann einen rechtsradikalen Hintergrund habe.

Der Supermarkt befindet sich mehrere Kilometer nördlich vom Stadtzentrum Buffalos in einer Gegend, die vor allem von Schwarzen bewohnt wird. "Warum kommt ein Weißer hierher und schießt in einem schwarzen Supermarkt", sagte eine Anwohnerin im örtlichen Fernsehen.

"Meiden Sie bitte das Gebiet"

Ein Polizist beschrieb den Tatort in der Zeitung "The Buffalo News": "Es ist, als würde man in einen Horrorfilm hineinlaufen, aber alles ist real." Die Zeitung zitierte auch einen Mitarbeiter des Supermarkts, der eigenen Angaben nach kurz vor dem Vorfall in den Kühlraum gegangen war. "Ich versteckte mich. Ich habe mich einfach versteckt. Ich wollte den Raum nicht verlassen", sagte er.

Die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, schrieb bei Twitter, sie beobachte die Lage nach dem Vorfall in einem Lebensmittelgeschäft in dem Ort sehr genau. "Wenn Sie sich in Buffalo aufhalten, meiden Sie bitte das Gebiet und befolgen Sie die Anweisungen der Strafverfolgungsbehörden und der örtlichen Behörden."

Über dieses Thema berichtet die tagesschau am 15. Mai 2022 um 01:20 Uhr.