US-Präsident Joe Biden spricht mit zwei Frauen, die sich in den Trümmern eines Hauses in der US-Stadt Mayfield befinden. | dpa

Biden im Katastrophengebiet "Die Verwüstung ist überwältigend"

Stand: 15.12.2021 21:01 Uhr

US-Präsident Biden hat den besonders stark von Tornados verwüsteten Ort Mayfield im Bundesstaat Kentucky besucht. Die Schäden gehörten zu dem Schlimmsten, das er je gesehen habe, sagte er.

Nach den verheerenden Tornados in Kentucky mit Dutzenden Todesopfern hat US-Präsident Joe Biden das Katastrophengebiet besucht. Im besonders betroffenen Ort Mayfield sah Biden zahlreiche beschädigte oder zerstörte Häuser und sprach bei einem Rundgang mit Anwohnerinnen und Anwohnern. Er sei gekommen, um zuzuhören und sicherzustellen, dass die örtlichen Behörden alle verfügbaren Hilfen der Bundesregierung bekämen. Die Regierung werde langfristig Hilfe leisten, versprach Biden.

Der US-Präsident ließ sich vor Ort von Gouverneur Andy Beshear, Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas und der Leiterin der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Deanne Criswell, über den Status der Bergungsarbeiten und das Ausmaß der Zerstörung unterrichten. Zuvor war Biden bereits über das Katastrophengebiet geflogen, um sich aus der Luft ein Bild von der Lage zu machen.

Die Tornado-Schäden gehörten zu dem Schlimmsten, das er je gesehen habe, sagte Biden. Eine Tragödie dieser Art bringe Menschen entweder zusammen oder schlage sie nieder. "Es gibt keine roten und blauen Tornados", so Biden mit Verweis auf die Parteifarben von Republikanern und Demokraten.

30 Tornados in acht Bundesstaaten

Mehr als 30 Tornados hatten in den acht US-Bundesstaaten Schneisen der Verwüstung geschlagen, Tausende verloren ihr Zuhause oder wurden von der Stromversorgung abgeschnitten. 88 Menschen starben.

Allein im Bundesstaat Kentucky kamen mehr als 70 Menschen ums Leben, Dutzende gelten weiterhin als vermisst. Gouverneur Beshear sprach von den "schlimmsten Tornadoschäden, die man sich vorstellen kann".

Der Senatsminderheitsführer der Republikaner, Mitch McConnell, lobte Bidens Reaktion auf die Katastrophe. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte, sie spreche mit Abgeordneten von Kentucky darüber, was der Staat benötige - ein Hinweis auf ein mögliches Gesetz zur Katastrophenhilfe mit zusätzlichen Mitteln für den Wiederaufbau.

Eine Folge des Klimawandels

Biden hatte vor seinem Besuch betont, dass er nicht direkt nach der Katastrophe in die Region gereist sei, um nicht im Weg zu sein. "Die Verwüstung ist überwältigend. Ich meine, es steht nichts mehr", sagte er. Wohnhäuser oder Geschäfte seien einfach "ausgelöscht worden". Später wollte der US-Präsident noch den ebenfalls schwer betroffenen Ort Dawson Springs besuchen. Im Anschluss wollte er dort auch eine Rede halten.

Für die USA ist es die jüngste einer ganzen Reihe von Naturkatastrophen. Allein in diesem Jahr hat es bereits zahlreiche Stürme, Überflutungen und Waldbrände gegeben. Biden sieht in der Häufung und Heftigkeit der Katastrophen eine Folge des Klimawandels, dessen Bekämpfung er zu einer seiner Top-Prioritäten gemacht hat.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Dezember 2021 um 18:00 Uhr.