Zalmay Khalilzad bei einer Pressekonferenz. Nach dem chaotischen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan tritt der US-Sonderbeauftragte für das Land von seinem Posten zurück (Archivbild). | dpa

Afghanistan-Abzug US-Sonderbeauftragter tritt zurück

Stand: 19.10.2021 03:30 Uhr

Nach dem chaotischen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ist der US-Sonderbeauftragte für das Land, Khalilzad, von seinem Posten zurückgetreten. Sein bisheriger Stellvertreter übernimmt. Das gab Außenminister Blinken bekannt.

Nach dem chaotischen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan tritt der US-Sonderbeauftragte für das Land, Zalmay Khalilzad, von seinem Posten zurück. US-Außenminister Antony Blinken teilte am Abend (Ortszeit) mit, Khalilzads bisheriger Stellvertreter Thomas West werde ihm im Amt nachfolgen. "Ich danke Botschafter Khalilzad für seinen Dienst und heiße den Sonderbeauftragten West in dieser Funktion willkommen."

Nach der Ankündigung des US-Abzugs aus Afghanistan durch US-Präsident Joe Biden hatten die Taliban Mitte August wieder die Macht übernommen - rund zwei Wochen vor dem geplanten Ende des US-Einsatzes.

Khalilzad maßgeblich an Abkommen von Doha beteiligt

Khalilzad war bereits unter dem republikanischen US-Präsident Donald Trump Sonderbeauftragter für Afghanistan. Er war maßgeblich daran beteiligt, ein im Februar vergangenen Jahres in Doha unterzeichnetes Abkommen zwischen der Trump-Regierung und den Taliban auszuhandeln. Das Abkommen sah einen vollständigen Abzug der US-Truppen bereits Ende Mai diesen Jahres vor und bereitete der erneuten Machtübernahme der Taliban nach Ansicht von Experten den Weg.

Der Demokrat Biden kündigte im April ein Ende des Einsatzes für Ende August an, knüpfte daran aber keine Bedingungen für die Taliban. Der Vorschmarsch der militanten Islamisten gewann daraufhin an Geschwindigkeit. Nach der Machtübernahme der Taliban in Kabul kam es zu chaotischen Evakuierungen am Flughafen der Hauptstadt. Kurz vor dem Ende der US-Evakuierungsmission wurden bei einem Anschlag am Flughafen 13 US-Soldaten und Dutzende Afghanen getötet. Bidens Regierung ist wegen der Umstände des Abzugs unter massiven Druck geraten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2021 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.