Ex-US-Präsident Trump | REUTERS

Impeachment-Verfahren Trump baut Anwaltsteam um

Stand: 01.02.2021 08:19 Uhr

Gut eine Woche vor Beginn des Impeachment-Prozesses hat Ex-US-Präsident Trump sein Anwaltsteam neu aufgestellt. An die Spitze berief er die Juristen Schoen und Castor. Zuvor hatten mehrere Anwälte Trumps Team verlassen.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat sich für sein bevorstehendes Amtsenthebungsverfahren neue Anwälte gesucht. David Schoen und Bruce Castor sollen an die Spitze des Teams treten. Beide Juristen seien der Auffassung, dass das Verfahren wegen Anstiftung zum Aufruhr verfassungswidrig sei, betonte Trump. Der Prozess beginnt in der kommenden Woche.

Brisante Fälle

Schoen ist als Kommentator aus dem US-Fernsehen bekannt. Er vertrat auch in der Russland-Affäre den mittlerweile begnadigten Trump-Vertrauten Roger Stone. Das Urteil bezeichnete er danach als "sehr unfair und politisiert". Zudem traf er sich 2019 mit dem Milliardär Jeffrey Epstein, um über dessen Verteidigung in einem Prozess wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung zu sprechen. Einige Tage später tötete sich Epstein jedoch in einem New Yorker Gefängnis. Schoen gehörte schon bislang Trumps Anwaltsteam an.

Der Republikaner Castor entschied sich als leitender Bezirksstaatsanwalt im Bundesstaat Pennsylvania dagegen, Entertainer Bill Cosby wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs strafrechtlich zu verfolgen. Er persönlich habe zwar gedacht, dass man Cosby hätte festsetzen sollen, sagte Castor zu dem Fall, doch die Beweislage sei nicht ausreichend gewesen.

Mehrere Rücktritte im Anwalts-Team

In den vergangenen Tagen waren fünf Mitglieder von Trumps Anwaltsteam zurückgetreten. Grund dafür seien Differenzen bei der Verteidigungsstrategie gewesen, berichtete der Sender CNN. Trump habe verlangt, dass die Anwälte sich auf seine unbelegten Wahlbetrugsvorwürfe konzentrieren, statt die Rechtmäßigkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen einen bereits ausgeschiedenen Präsidenten in Zweifel zu ziehen.

Dem Republikaner wird vorgeworfen, seine Anhänger zur Erstürmung des US-Kongresssitzes am 6. Januar angestachelt zu haben. Seine Verurteilung gilt jedoch als unwahrscheinlich. Dafür wäre eine Zweidrittelmehrheit im Senat nötig. Damit diese zustande kommt, müssten in der Kongresskammer 17 republikanische Senatoren mit den Demokraten des neuen Präsidenten Joe Biden stimmen. Trump ist der erste Präsident der US-Geschichte, der sich zum zweiten Mal einem Impeachment stellen muss.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2021 um 05:09 Uhr.