Ein umgeknicktes Stoppschild liegt in einer verwüsteten Gegend | REUTERS

Tropensturm "Ida" Mit der Wucht hat niemand gerechnet

Stand: 03.09.2021 09:14 Uhr

Es gab Warnungen, doch am Ende traf Tropensturm "Ida" die US-Ostküste viel stärker als erwartet. Mehr als 40 Menschen starben. Die Schäden sind massiv. Präsident Biden rief die Versicherungen auf, den Menschen zu helfen.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Als der Sturm kam, barsten die Wände. Ashley Thomas aus Mullica Hill im US-Bundesstaat New Jersey suchte mit ihrem Mann und zwei Kindern Schutz im Keller des Einfamilienhauses. Doch nach 15 Minuten wurde es zu gefährlich: "Unser Keller hat zum Glück einen eigenen Ausgang. Sonst wären wir da nicht mehr rausgekommen", sagt Thomas.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Die 37-Jährige erzählt einem Fernsehteam der Nachrichtenagentur AP, dass sie beim nächsten Mal sicher gehen würde, dass alle auch Schuhe anhaben. Das Haus der Familie aus Holz und Pressspan ist komplett zerstört.

Mehr als 40 Menschen kamen ums Leben

An der Ostküste der USA waren die Menschen vor Tropensturm "Ida" gewarnt worden, aber niemand hatte mit der Wucht gerechnet. Inzwischen ist klar, dass zwischen Maryland und Connecticut mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen sind.

Der Gouverneur von New Jersey und ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Phil Murphy, sagte, die größte Gefahr seien die Regenfälle und die Fluten gewesen. Die meisten Menschen, die ums Leben kamen, seien durch die Fluten in ihren Fahrzeugen eingeschlossen und vom Wasser überspült worden.

Biden: "Nicht hinter dem Kleingedruckten verstecken"

Auch in New York verwandelten die Wassermassen Souterrain-Wohnungen, Keller und die U-Bahn-Schächte zu lebensgefährlichen Fallen. Im Internet posteten User Bilder mit der Überschrift: "Unsere Infrastruktur ist nicht vorbereitet auf den Klimawandel."

US-Präsident Joe Biden fliegt heute nach Louisiana, wo "Ida" zu Beginn der Woche als Hurrikan der Kategorie 4 die US-Küste zuerst erreicht hatte. Biden kritisierte Versicherungen, die Amerikanern, die ihre Häuser vorsorglich verlassen haben, nicht helfen wollen: "Ich rufe die privaten Versicherungsgesellschaften auf, sich nicht hinter dem Kleingedruckten und Formalitäten zu verstecken. Machen Sie Ihren Job, halten Sie Ihre Versprechen gegenüber Ihren Gemeinden ein, die Sie versichern."

In Louisiana fehlt vor allem noch vielerorts Strom, in einigen Orten ist noch gar keine Hilfe angekommen. Und auch an der Ostküste warnt Gouverneur Murphy vor zu schneller Entwarnung. "Ich will an alle appellieren: Verlasst die Straßen, wir sind noch nicht durch. Bleibt zu Hause, wenn es sicher genug ist. Zu viele Familie betrauern bereits den tragischen Tod von geliebten Angehörigen."

Über dieses Thema berichteten am 03. September 2021 BR24 um 06:08 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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Moderation 03.09.2021 • 20:26 Uhr

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