Ein Haus und ein Auto liegen unter einer dicken Schneedecke in Nevada City. | AP

Wintereinbruch an US-Westküste Schneemassen und Stromausfälle

Stand: 28.12.2021 03:56 Uhr

Es ist der schneereichste Dezember seit 1970 an der US-Westküste: Er bricht Kälterekorde, der Strom fällt aus und Straßen sind gesperrt. Dennoch ist mit den Schneemengen auch eine Hoffnung verbunden.

Ein Wintersturm mit starkem Schneefall hat im Westen der USA zu Stromausfällen und Verkehrschaos geführt. Es sei der schneereichste Dezember seit dem Jahr 1970, teilten Experten der Universität Berkeley mit. An der Messstation am Donner-Gebirgspass seien seit Anfang des Monats 4,9 Meter Schnee gefallen. 1970 waren es 4,6 Meter.

In der kalifornischen Sierra Nevada fiel nach Behördenangaben vom Montag (Ortszeit) binnen 24 Stunden ein Meter Neuschnee. Das Skigebiet Northstar California Resort in Truckee stellte den Betrieb am Montag ein, nachdem innerhalb von 48 Stunden 1,8 Meter Schnee gefallen waren. Der Sender KCRA berichtete, Helfer suchten nach einem vermissten Skifahrer, der zuletzt am Samstag gesehen worden sei.

Kälterekord gebrochen

In Teilen Nordkaliforniens und Nevadas waren Straßen nicht mehr passierbar. In Oregon und Washington weiter nördlich wurden wegen Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt Notunterkünfte eingerichtet. Seattle übertraf mit -6,7 Grad Celsius am Sonntag einen Kälterekord aus dem Jahr 1948. Am Flughafen von Seattle im nordwestlichen Bundesstaat Washington führte der Schneefall zu Verspätungen, Flugzeuge mussten enteist werden.

Laut dem Versorgungsunternehmen Pacific Gas and Electric stürzten durch den Schneesturm Strommasten um, seit dem ersten Weihnachtstag sei die Stromversorgung für fast 50.000 Haushalte wiederhergestellt worden.

Hoffnung nach der Dürre?

Trotz der Schäden - ein Gutes könnte die ungewöhnliche Schneemenge haben: Für das unter den Folgen einer jahrelangen Dürre leidende Kalifornien ist der Schnee ein Hoffnungsschimmer, weil er die Grundwasserreserven auffüllen könnte.

"Wir hatten ganz sicher keinen nassen Winter erwartet", sagte die Wissenschaftlerin Andrea Schwartz vom Central Sierra Nevada Schnee-Labor an der Universität Berkeley. Der ergiebige Schneefall sei "eine angenehme Überraschung". Es sei zwar zu früh, die Dürre bereits für beendet zu erklären, "aber es sieht so aus als ob der Westen der USA damit Hilfe bekommt".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2021 um 04:32 Uhr.