Polizisten sperren einen Tatort in Half Moon Bay ab | AP

USA Schütze tötet in Kalifornien sieben Menschen

Stand: 24.01.2023 14:50 Uhr

Erneut sind bei einem Angriff in Kalifornien sieben Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Schütze erschoss sie laut Polizeiberichten auf zwei Farmen und stellte sich anschließend den Beamten. Bei den Toten soll es sich um Kollegen des Schützen handeln.

Nur zwei Tage nach dem Angriff in einem Tanzclub in Kalifornien sind in dem US-Bundesstaat sieben Farmarbeiter erschossen worden - offenbar von einem Kollegen. Der mutmaßliche Täter schoss nach Polizeiangaben auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben um sich. Sieben Menschen kamen demnach ums Leben, eine weitere Person wurde lebensgefährlich verletzt.

Der 67-jährige Mann sei inzwischen festgenommen worden, sagte Christina Corpus, Sheriff von San Mateo County, bei einer Pressekonferenz. Das Motiv für das Verbrechen sei nicht bekannt. Der Mann habe alleine gehandelt. Im Auto des Mannes wurde laut der Polizei eine halbautomatische Waffe gefunden. Die Angriffe ereigneten sich nahe der Stadt Half Moon Bay, die etwa 50 Kilometer südlich von San Francisco liegt.

Mutmaßlicher Täter stellte sich

Die Polizei habe am Montagnachmittag (Ortszeit) einen Notruf erhalten und sei ausgerückt, berichtete Polizeichefin Corpus. Auf einer Farm hätten die Beamten vier Leichen mit Schussverletzungen entdeckt. Ein fünftes Opfer sei mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. "Kurz danach wurden drei weitere Todesopfer mit Schusswunden an einem anderen Tatort entdeckt."

Der Tatverdächtige sei später zu einer Polizeistation in Half Moon Bay gefahren, vor der bereits Fernsehteams auf eine Pressekonferenz der Polizei warteten. Von ihnen gemachte Aufnahmen zeigen, wie ein Mann von bewaffneten Polizisten zu Boden gedrückt wird. Laut Sheriff Corpus ist der Mann als Chunli Zhao identifiziert worden. Er habe an einem der beiden Tatorte, Gärtnereien in Half Moon Bay, gearbeitet. Der Verdächtige kooperiere mit den ermittelnden Beamten.

Präsident Biden verspricht Unterstützung

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den Opfern um Kollegen des Festgenommenen. Laut dem Bericht eines Lokalsenders kamen die Getöteten alle aus China. Der Angriff sei vor den Augen anderer auf den landwirtschaftlichen Höfen lebenden Menschen verübt worden, darunter mehrere Kinder, sagte Corpus. "Dass Kinder so etwas erleben müssen, es ist einfach unfassbar." 

US-Präsident Joe Biden nannte die Tat einen "sinnlosen Akt der Waffengewalt" und versprach der Gemeinde die volle Unterstützung der Regierung. "Die Geißel der Waffengewalt in ganz Amerika" erfordere strengere Waffengesetze, schrieb der demokratische Präsident. Er kämpft seit längerem erfolglos für eine Verschärfung des Waffenrechts.

Auch der kalifornische Gouverneur, Gavin Newsom, drückte seine Betroffenheit aus. "Eine Tragödie jagt die nächste", schrieb er auf Twitter. Er habe am Montag gerade Verletzte von dem Vorfall in Monterey Park im Krankenhaus getroffen, als er über die nächste Schießerei in Half Moon Bay informiert worden sei, so der Politiker.

Bereits 38 Angriffe in diesem Jahr

Waffengewalt und tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Erst am Wochenende hatte ein Schütze am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in Südkalifornien in einer Tanzhalle das Feuer eröffnet. Zehn Menschen starben an dem Tatort in Monterey Park, ein weiteres Opfer erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 72-jähriger Mann, war am Sonntag leblos in seinem Lieferwagen gefunden worden. Er habe sich das Leben genommen, als eine Sondereinheit der Polizei seinen Wagen umstellte, hieß es.

Auch im Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen der USA kamen am Montag bei Schüssen in einem Zentrum für Jugendliche zwei Menschen ums Leben. Die Opfer waren laut Polizei 16 und 18 Jahre alt. Der angebliche Täter ist ein 18-Jähriger.

In den ersten 21 Tagen des neuen Jahres gab es in den USA nach Zählungen der Organisation Gun Violence Archive bereits 38 Schusswaffenangriffe


Anmerkung der Redaktion: In einer vorigen Version dieser Meldung hieß es, dass es in den ersten 21 Tagen des Jahres bereits 38 Schusswaffenangriffe gegeben habe, bei denen jeweils mehr als vier Menschen getötet wurden. Richtig ist, dass es in diesem Zeitraum 38 Schusswaffenangriffe gegeben hat, von denen einige allerdings auch keine Todesopfer zur Folge hatten. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2023 um 04:41 Uhr.