Astronaut Matthias Maurer prüft den Sitz seines Raumanzugs in der ISS | dpa

Maurer auf Rückweg von der ISS "Es waren sechs herausragende Monate"

Stand: 05.05.2022 09:15 Uhr

Rund ein halbes Jahr - das wortwörtlich wie im Flug vergangen ist: Der deutsche Astronaut Maurer ist gemeinsam mit drei NASA-Kollegen auf dem Rückweg zur Erde. Die Raumkapsel soll am Freitagmorgen vor der US-Küste landen.

Nach rund einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS ist der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf dem Weg zurück zur Erde. Der Saarländer und drei US-Kollegen dockten am Morgen an Bord einer "Crew Dragon"-Kapsel von der ISS ab, wie auf Live-Bildern der US-Raumfahrtbehörde NASA zu sehen war.

Maurer war im November vergangenen Jahres als Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur ISS aufgebrochen, gemeinsam mit den NASA-Astronauten Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron,

Mit ihnen forschte Maurer in Bereichen von Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz und erprobte dabei neue Technologien. In 400 Kilometern Höhe experimentierte er etwa mit Wasser in der Schwerelosigkeit, neuartigen Betonmischungen für nachhaltiges Bauen auf der Erde und aus Hautzellen hergestellten Biopflastern.

Landung am Freitagmorgen

Am Freitagmorgen deutscher Zeit soll die Kapsel mit Maurer und den drei NASA-Astronauten im Meer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida landen. Am späten Freitagabend wird Maurer, wenn alles nach Plan läuft, zurück in Deutschland erwartet. Er soll am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn landen.

Bei seinem Rückflug muss sich Maurer auf eine anstrengende Reise einstellen. "Wenn die Raumkapsel die Wasseroberfläche berührt, wird die Crew sehr eindeutig spüren, dass sie wieder auf der Erde ist", beschreibt der deutsche Astronaut Thomas Reiter die Rückkehr. Man spüre nach einem halben Jahr in der Schwerelosigkeit jede kleine Bewegung. "Man ist schon überrascht, wie schwer sich Arme und Beine plötzlich anfühlen", so Reiter.

Schwieriger Außeneinsatz an der ISS

Als eines der "herausragendsten Erlebnisse" bezeichnete Maurer rückblickend einen kräftezehrenden Außeneinsatz, den er mit seinem Kommandanten und NASA-Kollegen Chari absolvierte. Mehr als sechs Stunden lang nahmen die beiden Reparaturen am Kühlsystem der Station vor und ersetzten eine Außenkamera.

Der 52-Jährige Maurer war der insgesamt zwölfte Deutsche im All. Bei der offiziellen Verabschiedungszeremonie an Bord der ISS betonte er:"Es waren sechs herausragende Monate hier auf der Raumstation". Und er wünschte alles Gute für zukünftige Einsätze im Weltall:

Es ist das Ende einer sechsmonatigen Mission, aber der Weltraum-Traum lebt weiter.

Und sein US-Kollege Marshburn ergänzte: "Es ist ein interessanter Tag für uns, wir sind in der Raumstation herumgeflogen und haben unsere letzten Fotos gemacht, unsere letzten Sachen zusammengesammelt und uns darauf vorbereitet, nach Hause zu kommen."

Marshburn übergab bei der Zeremonie auch das Kommando über die Raumstation an seinen russischen Kollegen Oleg Artemjew. Bei ihm werde die ISS in guten Händen sein, sagte Marshburn. "Das bleibende Erbe der ISS wird sehr wahrscheinlich die internationale Zusammenarbeit und ein Ort des Friedens sein."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2022 um 14:00 Uhr..