Pedro Castillo winkt von einem Balkon | AFP

Präsidentschaftswahl in Peru Sozialist Castillo erklärt sich zum Sieger

Stand: 16.06.2021 08:38 Uhr

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru hat sich der Linkskandidat Castillo mit hauchdünner Mehrheit zum Sieger erklärt. Die konservative Gegenkandidatin Fujimori erkennt das Ergebnis bisher nicht an.

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru hat sich der Sozialist Pedro Castillo nach Abschluss der Stimmenauszählung zum Wahlsieger erklärt. "Eine neue Zeit hat begonnen", schrieb Castillo auf Twitter zu einem Bild von sich mit erhobenen Armen und dem Wort "Präsident" und seinem Wahlkampfslogan "Nie mehr arm in einem reichen Land".

Er ergänzte auch sein Profil auf dem Kurznachrichtendienst um "Gewählter Präsident der Republik Peru (2021-2026)".

Castillo liegt nach Auszählung aller Stimmen hauchdünn in Führung: Er kommt auf 50,125 Prozent und liegt damit in dem rund 33 Millionen Einwohner zählendem Land nur 44,058 Stimmen vor seiner konservativen Rivalin Keiko Fujimori mit 49,875 Prozent, wie die Wahlkommission mitteilte.

Die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori hat allerdings Wahlbetrugsvorwürfe erhoben und versucht auf gerichtlichem Wege, einige Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Eindeutige Belege für ihre Vorwürfe hat sie bislang nicht vorgelegt.

Verfahren wegen Geldwäsche

Ihre juristische Offensive könnte dabei auch andere Gründe haben: Gegen die 46-Jährige laufen Verfahren wegen Korruption und Geldwäsche. Am Donnerstag beantragte ein Staatsanwalt, sie erneut in Untersuchungshaft zu nehmen. Fujimori drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Castillos Partei Freies Peru hat die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen. Internationale Beobachter in Lima haben erklärt, dass die Wahlen transparent waren.

Kirche warnt vor gesellschaftlichen Konflikten

Die katholische Kirche in Peru hat die politischen Lager der beiden Kandidaten in der Stichwahl um das Präsidentenamt dazu aufgerufen, das knappe Wahlergebnis zu akzeptieren. Es gelte den Willen des Volkes zu respektieren, das sei ein Gebot der Demokratie sagte der Erzbischof von Huancayo, Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno. Andernfalls drohten gesellschaftliche Konflikte.

Der plötzliche Aufstieg des 51-jährigen ehemaligen Lehrers hat die politische und wirtschaftliche Elite Perus erschüttert und könnte einen großen Einfluss auf die wichtige Bergbauindustrie des zweitgrößten Kupferproduzenten der Welt haben. Castillo plant starke Steuererhöhungen für den Sektor.

Mit Informationen von Anne Herrberg, ARD-Studio Buenos Aires

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juni 2021 um 08:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Moderation 16.06.2021 • 15:51 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation