Eric Adams | AFP

Demokraten-Vorwahl in New York Adams ist der Bürgermeister-Favorit

Stand: 07.07.2021 10:46 Uhr

Zunehmende Gewalt, leere Kassen und der Kampf gegen den Rassismus - auf den neuen New Yorker Bürgermeister warten große Herausforderungen. Und es sieht alles danach aus, dass diese Rolle dem Ex-Polizisten Adams zufallen wird.

Brooklyns Stadtteil-Präsident Eric Adams sieht sich als Sieger der demokratischen Vorwahl im Rennen um das Amt des Bürgermeisters von New York. "Ich fühle mich geehrt, der demokratische Kandidat für das Bürgermeisteramt der Stadt zu sein, die ich immer mein Zuhause genannt habe", schrieb Adams auf Twitter, nachdem die US-Nachrichtenagentur AP den ehemaligen Polizisten nach Auszählung fast aller Stimmen zum Sieger erklärt hatte.

Zweites schwarzes Stadtoberhaupt

In der liberalen Hochburg New York gilt ein Sieger der Demokraten bei der Vorwahl auch als höchstwahrscheinlicher Gewinner der eigentlichen Bürgermeisterwahl im November. Adams wäre somit Nachfolger von Bill de Blasio, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten kann. Gleichzeitig wäre er das zweite schwarze Stadtoberhaupt.

Bei den Republikanern war der Gründer einer Bürgerinitiative für mehr Sicherheit auf den Straßen, Curtis Sliwa, bereits im Juni zum Sieger ausgerufen worden. Die Auszählung nach der demokratischen Abstimmung vor zwei Wochen hatte wegen eines komplizierten Wahlsystems lange gedauert. Nach dem letzten Zwischenstand lag Adams mit einem Prozentpunkt oder knapp 8500 Stimmen vor Kathryn Garcia, der ehemaligen Beauftragten der Stadtreinigung.

Sicherheit und Krisenbewältigung wichtige Themen

Adams gilt als moderat und hatte im Wahlkampf eine Balance zwischen seiner eher freundlichen Linie gegenüber der oft kritisierten Polizei und der Gerechtigkeit vor allem für Schwarze angesichts des strukturellen Rassismus versprochen.

Beherrschende Themen im Wahlkampf waren neben der Reform der Einsatzkräfte auch die wirtschaftliche Erholung der Acht-Millionen-Stadt nach der Corona-Krise und die zunehmenden Gewaltverbrechen in der Metropole. Vor allem die lange Zeit auf Platz zwei gehandelte Bürgerrechtsanwältin Maya Wiley nahm gegenüber Adams deutlich radikalere Standpunkte in Anlehnung an die "Black Lives Matter"-Bewegung ein.

New York City ist die größte Stadt in den Vereinigten Staaten und weltweit ein kulturelles sowie finanzwirtschaftliches Zentrum. In den USA hat die Metropole auch politisch eine größere Bedeutung als andere Städte.

Mit Informationen von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Juli 2021 um 07:34 Uhr.