Historische Kunstgegenstände aus Mexiko | Gobierno de México

Artefakte aus Mexiko Deutsche Familien geben Kunstschätze zurück

Stand: 17.06.2021 17:00 Uhr

Mehr als Tausende Jahre alte Steinmasken und Figuren haben den Besitzer gewechselt: Zwei Familien aus Nordrhein-Westfalen übergaben 34 Kunstgegenstände an Mexiko. Außenminister Ebrard sprach von einem ermutigenden Ergebnis.

Zwei deutsche Familien haben 34 historische Kunstgegenstände aus Mexiko an das lateinamerikanische Land zurückgegeben. Zwei Personen hätten sich an die mexikanische Botschaft in Berlin gewandt, um die Stücke zu übergeben, teilte Mexikos Regierung mit.

Demnach befanden sich alle Artefakte in Nordrhein-Westfalen: 28 davon in Monheim am Rhein, die übrigen sechs in Recklinghausen. Die Übergabe sei bereits im Mai erfolgt.

"Es findet ein Umdenken statt"

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard und Kulturministerin Alejandra Frausto bedankten sich bei einer Online-Veranstaltung für die freiwillige Rückgabe. Dies wäre vor einigen Jahren vielleicht nicht möglich gewesen, sagte Ebrard.

Es finde ein Umdenken statt, was den Besitz solcher Stücke angehe. Das sei ein ermutigendes Ergebnis der Bemühungen in mehreren Ländern. Die Artefakte stammen nach Angaben der mexikanischen Regierung aus verschiedenen Epochen und Regionen.

Menschenfiguren und Gefäße

Darunter seien eine menschenähnliche Steinmaske im Stile der Zivilisation der Olmeken aus der mesoamerikanischen Vorklassik, datiert auf den Zeitraum zwischen 1200 und 600 vor Christus. Auch gehörten mehrere Menschenfiguren und Gefäße aus Ton aus den Zeitaltern der Klassik (250-900 nach Christus) und der postklassischen Kultur (1000-1521) dazu.

Historischer Kunstgegenstand aus Mexiko | Gobierno de México

Bild: Gobierno de México

Erst im Mai wurden in einem Bauernhaus in Sachsen-Anhalt 13 Maya-Skulpturen entdeckt. Nachdem Experten die Echtheit von zwölf der Artefakte bestätigten, beschloss die Landesregierung die Figuren an Mexiko und Guatemala als Vertreter der rechtmäßigen Erben zurückzugeben.

Verstärkter Einsatz für Kulturgüter

Mexikos Kulturbehörden setzen sich seit einigen Jahren verstärkt für den Schutz des Kulturerbes ihres Landes auch im Ausland ein. So beschwerten sie sich über Versteigerungen in renommierten Auktionshäusern von Kunstgegenständen aus der Zeit vor der spanischen Eroberung Mexikos sowie über internationale Modemarken, weil diese klassische Textilmuster indigener Volksgruppen ohne deren Erlaubnis in ihren Kollektionen verwendet hatten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 17. Juni 2021 um 14:30 Uhr.