Oesterhelt Lasker Preis 2

Lasker-Preis Deutsche Hirnforscher geehrt

Stand: 24.09.2021 18:00 Uhr

Die Optogenetik ist eine neue Methode, um das Gehirn zu studieren. Die Grundlagen dafür legten auch zwei deutsche Forscher. Sie und ein US-Kollege haben nun den renommierten Preis der Lasker-Stiftung erhalten.

Von Jeanne Rubner, BR

Mit Hilfe von Licht die Aktivität der Nervenzellen kontrollieren - das ist die Idee der Optogenetik. Eine Methode, mit der die Funktionsweise der Nervennetze in unserem Gehirn sehr genau beobachtet werden kann. Inzwischen werden sogar Therapien von Gehirnkrankheiten erforscht, etwa Parkinson oder Schizophrenie. Erste Erfolge gibt es bei der Behandlung von Netzhauterkrankungen.

Stanford-Forscher setzt auf Rhodopsine

Die Grundlagen dafür entdeckte 1970 der Münchner Biochemiker Dieter Oesterhelt. Er fand heraus, dass bestimmte lichtempfindliche Proteine nicht nur in der Netzhaut von Tieren vorkommen. Es gibt sie auch bei Bakterien. Und in Grünalgen, wie Oesterhelts Mitarbeiter Peter Hegemann herausfand. Inzwischen ist Hegemann Professor an der Humboldt Universität in Berlin, Oesterhelt ist emerierter Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München.

Biochemiker Dieter Oesterhelt

Dieter Oesterhelt entdeckte die Grundlagen der Optogenetik bereits 1970.

Zunächst waren diese Proteine, sogenannte Rhodopsine, nur interessante Modellorganismen. Aber 2004 wurde der US-Forscher Karl Deisseroth von der Stanford Universität hellhörig. Er nutzte die Rhodopsine als Werkzeuge für die Gehirnforschung.

Lasker-Preis

Auch die Biochemikerin Katalin Karikó ist Lasker-Preisträgerin. Karikó, die seit 2013 bei BioNTech arbeitet, wurde gemeinsam mit Drew Weissman von der University of Pennsylvania für die Entdeckung einer neuen therapeutischen Technologie basierend auf der Modifikation von Boten-RNA ausgezeichnet. Diese ermöglichte eine schnelle Entwicklung der Covid-19-Impfstoffe.

Die seit 75 Jahren verliehenen Lasker-Preise gelten als bedeutendste biomedizinische Forschungsauszeichnungen. Sie sind mit 250.000 Dollar dotiert.

Und bald der Nobelpreis?

Für die Optogenetik und die Entdeckung der lichtempfindlichen Proteine, ohne die die neue Technik nicht möglich wäre, sind die drei Forscher jetzt mit dem Lasker-Preis belohnt worden. Die Auszeichnung gilt als wichtigster biomedizinischer Forschungspreis der USA. Viele Preisträger bekommen später den Nobelpreis.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. September 2021 um 20:00 Uhr.