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Katastrophe in der Karibik Schweres Erdbeben erschüttert Haiti

Stand: 14.08.2021 19:11 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hat den Süden des Karibikstaats Haiti erschüttert. Die Behörden sprechen bisher von mindestens 29 Toten. Eine Tsunami-Warnung wurde inzwischen wieder aufgehoben.

Ein schweres Erdbeben hat den Karibikstaat Haiti getroffen. Die US-Behörde USGS gab die Stärke mit 7,2 an. Laut Haitis Katastrophenschutzchef Jerry Chandler kamen mindestens 29 Menschen ums Leben.

Örtliche Medien berichteten vor allem im Süden des Landes von Toten und zerstörten Gebäuden. Das Beben hatte sich am Morgen gegen 8.30 Uhr Ortszeit einige Kilometer von der südlichen Gemeinde Saint-Louis-du-Sud und etwa 125 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince in einer Tiefe von rund zehn Kilometern ereignet.

Zunächst hatten die Behörden eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Diese wurde aber laut der Nachrichtenagentur dpa wieder aufgehoben. Der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) riet den Menschen aber, weiterhin vorsichtig zu bleiben. In den Küstengebieten in der Nähe des Erdbebens könnte es weiterhin geringfügige Schwankungen des Meeresspiegels von bis zu 30 Zentimetern geben, hieß es weiter.

Berichten zufolge sollen durch das Beben zahlreiche Häuser zerstört worden sein. In der Hauptstadt Port-au-Prince rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.

"Alles, was ich tun konnte, war rennen"

Die 34-jährige Frau sagte, sie sei von dem Erdstoß am Morgen aus dem Schlaf gerissen worden. Ihr Bett habe gewackelt. "Ich hatte nicht einmal Zeit, mir die Schuhe anzuziehen", sagte sie. "Wir haben das Beben von 2010 erlebt und alles, was ich tun konnte, war rennen. Erst danach fiel mir ein, dass meine zwei Kinder und meine Mutter noch drinnen waren. Mein Nachbar ging wieder rein und sagte ihnen, dass sie rauskommen sollen."

Die Karte zeigt Haiti mit Saint-Louis-du-Sud und dem Epizentrum des Erdbebens

Naturkatastrophen und politische Instabilität

Haiti war im Jahr 2010 von einem schweren Erdbeben nahezu verwüstet worden. Im Zentrum des Erdbebens mit einer Stärke von 7,3 lag damals Haitis dicht besiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. Durch das Beben starben rund 222.000 Menschen, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause.

2016 wurde Haiti dann von Hurrikan "Matthew" heimgesucht, Hunderte Menschen wurden getötet. Zusätzlich zu den Naturkatastrophen hat Haiti auch mit marodierenden Verbrecherbanden und politischer Instabilität zu kämpfen. Erst im Juli war Präsident Jovenel Moïse ermordet worden.