Impfgegner protestieren vor einem Krankenhaus in Toronto, Kanada. | REUTERS

Zwischenfälle vor Kliniken Kanada will Impfgegner-Proteste hart bestrafen

Stand: 27.11.2021 10:36 Uhr

Bis zu zehn Jahre Haft: Solch eine drakonische Strafe droht in Zukunft kanadischen Impfgegnern, die Klinikpersonal einschüchtern und es in seiner Arbeit behindern. In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Zwischenfällen gekommen.

Seit Mittwoch können in Kanada Kinder ab fünf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Gesundheitsbehörden hatten das Vakzin von BioNTech für diese Altersgruppe zugelassen. Seitdem gibt es verstärkt wieder Zwischenfällen vor Klinken: Impfgegner versuchen, Mitarbeiter einzuschüchtern und Eltern davon abzuhalten, ihre Kinder impfen zu lassen.

Ein solches Verhalten sei "verabscheuungswürdig und inakzeptabel", sagte nun der kanadische Justizminister David Lametti und schlug eine Änderung des Strafgesetzbuches vor. Unter anderem drohen demnach bis zu zehn Jahre Haft, wenn Mitarbeiter des Gesundheitswesens an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden.

"Bedauerliche Eskalation von Hass"

"Wir haben alle die Proteste während der Pandemie gesehen, auch in dieser Woche", sagte Lametti. Er sei enttäuscht darüber, dass solch ein Gesetz überhaupt nötig sei. Aber Corona-Leugner versuchten, Kinder davon abzuhalten, potenziell lebensrettende Impfstoffe zu bekommen.

Die Präsidentin der kanadischen Ärztevereinigung, Katherine Smart, sagte, schon im vergangenen Jahr sei es zu einer "bedauerlichen Eskalation von Hass" gekommen - bis hin zu Gewalt gegen Ärzte und Pfleger bei der Arbeit. Linda Silas, Präsidentin des Zusammenschlusses kanadischer Pflegervereinigungen, berichtete, dass bereits vor der Pandemie 90 Prozent der Pfleger über Anfeindungen und körperliche Angriffe bei der Berufsausübeung klagten. In den vergangenen Monaten erlebten 60 Prozent von ihnen eine Zunahme der Gewaltintensität.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2021 um 08:00 Uhr.