James Levine | AP

Ex-Leiter der Metropolitan Opera Dirigent James Levine ist tot

Stand: 17.03.2021 17:10 Uhr

Einer der besten US-Dirigenten ist im kalifornischen Palm Springs gestorben: 40 Jahre lang prägte James Levine als künstlerischer Leiter die Metropolitan Opera in New York. Seine Karriere endete nach Missbrauchsvorwürfen.

Im Alter von 77 Jahren ist der Dirigent James Levine gestorben. Das bestätigte sein Arzt Len Horovitz in Palm Springs im US-Bundestaat Kalifornien.

Levine war mehr als 40 Jahre lang musikalischer Leiter der Metropolitan Opera in New York. Er galt als einer der führenden Dirigenten der USA. 1971 gab Levine als Dirigent von Puccinis "Tosca" sein Debüt an der Metropolitan Opera. Von 1972 bis 1973 war er dort als Gastdirigent unter Vertrag. 1973 wurde der gerade 29 Jahre alte Levine neuer Chefdirigent und 1976 musikalischer Direktor des weltberühmten Opernhauses. Levine war außerdem ab 1999 auch fünf Jahre lang Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

James Levine während einer Probe mit dem Boston Symphony Orchestra | AFP

James Levine während einer Probe mit dem Boston Symphony Orchestra Bild: AFP

Karriere-Aus im Jahr 2016

Im Oktober 2016 musste er seine Karriere allerdings beenden, nachdem Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben worden waren. Ein 46-jähriger Mann erstattete Anzeige gegen Levine, der ihn mehrere Jahre lang sexuell missbraucht haben soll. Daraufhin wurden weitere entsprechende Anschuldigungen bekannt.

Levine bestritt die Vorwürfe

Im Dezember 2017 leitete die Metropolitan Opera eigene Untersuchungen ein, setzte die Zusammenarbeit mit Levine zunächst aus und erklärte sie im März 2018 für beendet. Das Opernhaus erklärte, dass die Untersuchungen glaubwürdige Hinweise auf sexuell missbräuchliches und belästigendes Verhalten Levines gegenüber mehreren Künstlern erbracht hätten, ohne jedoch Details zu nennen.

Levine bestritt die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen und reichte Klage gegen die Oper wegen Vertragsbruchs und Rufschädigung ein, verlor den Prozess jedoch. Im August 2019 schlossen die beiden Parteien einen Vergleich, über dessen Inhalt aber nichts bekannt wurde.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. März 2021 um 16:45 Uhr.