Die Besatzungsmitglieder Mark Vande Hei von der NASA (l-r) und die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Pjotr Dubrow von Roscosmos sind im Inneren ihres Sojus MS-19-Raumschiffs zu sehen. | dpa

Rückkehr von der ISS Gemeinsam zurück zur Erde

Stand: 30.03.2022 14:48 Uhr

Inmitten der Spannungen zwischen Russland und dem Westen ist ein US-Astronaut zusammen mit zwei Kosmonauten von der ISS zurückgekehrt. Die Crew landete in einer russischen Raumkapsel planmäßig in Zentralkasachstan.

Zumindest im All scheint die Kooperation zwischen US-Amerikanern und Russen noch gut zu funktionieren: Trotz Spannungen wegen des Ukraine-Kriegs sind der US-Astronaut Mark Vande Hei und die russischen Kosmonauten Pjotr Dubrow und Anton Schkaplerow gemeinsam von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt.

Rund vier Stunden zuvor hatten sie gemeinsam mit einer russischen Sojus-Raumkapsel von der ISS abgedockt. Um 13.28 Uhr MESZ landeten sie planmäßig in der kasachischen Steppe, wie auf Live-Bildern der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zu sehen war. Auch die NASA zeigte Live-Bilder von der Landung in Zentralkasachstan.

Die Sojus MS-19-Raumkapsel nach der Landung in Zhezkazgan (Kasachstan). | AP

Der US-Astronaut Mark Vande Hei und die russischen Kosmonauten Pjotr Dubrow und Anton Schkaplerow landeten planmäßig in einer russischen Raumkapsel in Zentralkasachstan. Bild: AP

Vande Hei und Dubrow mit Rekord

Mit seinem erneuten Aufenthalt auf der ISS hat Vande Hei einen neuen Rekord aufgestellt. Mit 355 Tagen absolvierte er den längsten Aufenthalt eines NASA-Astronauten im Weltall. Sein Kollege Dubrow, mit dem er Anfang April 2021 zur ISS geflogen war, hält nun den Rekord für die längste ISS-Mission eines Russen. Der ISS-Einsatz seines Kollegen Anton Schkaplerow hatte sechs Monate gedauert.

Die Raumfahrt ist einer der letzten Bereiche, in denen die USA und Russland trotz der seit Jahren zunehmenden Spannungen noch zusammenarbeiten. Allerdings hatte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin vergangenen Monat erklärt, die wegen des Ukraine-Kriegs gegen Russland verhängten Sanktionen beeinträchtigten den Betrieb der russischen Raumschiffe, die die ISS versorgen.  Dies betreffe vor allem den russischen Teil der Station, der für Kurskorrekturen zuständig ist. Als Folge könne die 500 Tonnen schwere Konstruktion auf die Erde stürzen und "ins Meer oder auf Land fallen", warnte Rogosin. 

Russland befördert mit Sojus-Raumkapseln und Progress-Raumfrachtern auch Crew-Mitglieder und Nachschub zur ISS. Die US-Raumfahrtbehörde NASA arbeitet nach eigenen Angaben bereits an Lösungen, um die ISS ohne russische Hilfe im Orbit zu halten.

ISS ein "Symbol der Kooperation"

Der Kosmonaut Schkaplerow übergab vor dem Abflug am Dienstag noch das Kommando über die ISS an den US-Astronauten Thomas Marshburn. Auch wenn die Menschen auf der Erde "Probleme" hätten, bleibe die ISS ein "Symbol der Kooperation", sagte Schkaplerow bei einer kurzen Ansprache während der Zeremonie vor der versammelten Crew.

Weitere Astronauten und Kosmonauten auf der ISS

Auf der ISS verblieben neben Marshburn auch noch die US-Astronauten Raja Chari und Kayla Barron, der deutsche Astronaut Matthias Maurer und die drei Kosmonauten Oleg Artemjew, Denis Matwejew und Sergej Korssakow.

Vorige Woche hatte Maurer als zwölfter Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA einen Außenbordeinsatz absolviert.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. März 2022 um 14:00 Uhr.