Überflutete Siedlung in Lafitte (Louisiana, USA) | AP

Aufräumarbeiten nach Hurrikan "Ida" Hunderttausende weiter ohne Strom

Stand: 31.08.2021 03:50 Uhr

Hurrikan "Ida" hat im US-Bundesstaat Louisiana massive Schäden angerichtet. Zwei Menschen starben. Hunderttausende sind weiter ohne Strom. Bis die Grundversorgung wiederhergestellt ist, könnten Wochen vergehen.

Von Franziska Hoppen, ARD-Studio Washington

Louisianas Gouverneur John Bel Edwards will bei der schnellen Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden lieber mit den guten Nachrichten anfangen: "Alle unsere Deichsysteme", sagt Edwards, "und die Maßnahmen zur Reduzierung des Hurrikan-Risikos, haben großartig funktioniert."

Franziska Hoppen ARD-Studio Washington

Erleichterung. Denn als vor 16 Jahren Hurrikan "Katrina" auf Land traf, versagten weite Teile der Deiche. New Orleans wurde katastrophal überschwemmt. Diesmal, sagt Gouverneur Edwards, scheint es als seien die meisten Schäden durch Wind entstanden. Deshalb haben auch mehr als eine Million Menschen in Louisiana keinen Strom.

Gouverneur Edwards schätzt, dass sogar bis zu zwei Millionen Menschen betroffen sein könnten. Noch ist das schwer zu sagen. Wegen umgefallener Bäume und Schutt auf den Straßen waren einige Ortschaften nicht gleich zu erreichen. Teilweise funktionierten auch Handy- und Festnetzempfang nicht, mit dem Anwohner Hilfe hätte rufen können.

25.000 Spezialkräfte sollen Stromleitungen reparieren

Die Einsatzkräfte - und rund 5.000 Nationalgardisten - wollen nun zunächst die Krankenhäuser wieder mit Strom versorgen. Weil wegen der Corona-Pandemie etliche Krankenhäuser randvoll belegt sind, konnten einige gar nicht erst evakuiert werden. Sie laufen mit Notstromaggregaten. Rund 200 zusätzliche Generatoren waren für Stromausfälle in den Bundesstaat geschafft worden. Für die restlichen Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten im Katastrophengebiet braucht es nun langen Atem, sagt Jen Psaki, die Pressesprecherin des Weißen Hauses: Es könnte Wochen dauern, bis alles wieder läuft.

Doch weitere Hilfe ist auf dem Weg: Rund 25.000 Spezialkräfte sind in den Staat geschickt worden, um die Stromleitungen zu reparieren. Und US-Präsident Biden kündigte an, dass er den Bundesverband der Luftfahrt gebeten habe, mit den Stromversorgern in Louisiana und Mississipi zusammenzuarbeiten: Ziel sei es, mit Überwachungsdrohnen Idas Schaden an der Strom-Infrastruktur besser einzuschätzen. Außerdem habe Biden das Pentagon um Satellitenbilder gebeten.

Grundversorgung noch nicht wiederhergestellt

Gleichzeitig will die Bundeskommunikationskommission dafür sorgen, dass Telefonanbieter ihre Dienste auch Nutzern von anderen Anbietern zur Verfügung stellen, damit alle wieder Telefonempfang haben.

Evakuierte Anwohner von New Orleans wurden währenddessen aufgefordert, bis auf Weiteres nicht in ihre Stadt zurückzukehren. Die Grundversorgung sei noch nicht wiederhergestellt. Dafür hat das Rote Kreuz 50 Notunterkünfte in Küstenregion bereitgestellt. 

Über dieses Thema berichteten am 31. August 2021 die tagesschau um 05:30 Uhr und Deutschlandfunk um 05:45 Uhr.