Spielerinnen des Angel City FC | USA TODAY Sports

Bezahlung beim Angel City FC "Ein Vorbild für andere Vereine"

Stand: 11.08.2022 10:22 Uhr

In puncto gleicher Bezahlung sind die US-Fußballerinnen einen Schritt weiter als ihre deutschen Kolleginnen. Beim Angel City FC in Los Angeles etwa werden die Spielerinnen an Gewinnen beteiligt.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Juli 2019: Die US-Frauen gewinnen die Weltmeisterschaft - schon zum vierten Mal. Die Fußball-Männer können von solchen Erfolgen nur träumen. Trotzdem verdienten sie im Schnitt viel mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Das missfiel nicht nur den Spielerinnen, sondern auch den Fans, die bei den Feierlichkeiten in New York lautstark "equal pay" - also "gleiche Bezahlung" - riefen.

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Spielerinnen verklagten Verband

"Jedes mal, wenn eine Frau nicht fair bezahlt wird, wird es niemand - und kein Potenzial kann ausgeschöpft werden", meinte dazu Starspielerin Megan Rapinoe. Die Nationalspielerinnen wollten das nicht länger auf sich sitzen lassen und verklagten ihren eigenen Verband - mit Erfolg. In diesem Jahr einigte man sich auf einen Tarifvertrag, der Spielerinnen und Spielern die gleiche Bezahlung garantiert. Das bedeutet: 450.000 US-Dollar im Jahr. Dazu kommen noch Boni und Beteiligungen an Werbeeinnahmen.

Dies sei ein großer Gewinn für den Sport und für die Frauen, meint Stürmerin Alex Morgan im Interview mit CNN.

Angel City FC: von Frauen gegründet

Fußball ist in den USA nicht Sportart Nummer eins. Die Amerikaner lieben Baseball, Basketball, American Football. Doch gerade bei den Kindern und Jugendlichen wird "Soccer" - wie die US-Bürger Fußball eben nennen - immer beliebter, vor allem bei den Mädchen.

Diesem Trend folgt auch ein brandneuer Fußballverein in Los Angeles: der Angel City FC. "Es ist ein Fußballclub, der von Frauen gegründet ist, was immer noch eine Seltenheit ist", erklärt dessen Sportdirektorin und frühere englische Nationalmannschaftspielerin Eniola Aluko.

Und sie sagt weiter: "Vieles von dem, was wir machen, kommt aus einer weiblichen Perspektive. Und wir sehen, dass wir schon jetzt Vorbilder sind für andere Vereine, die ihre Besitzer gegen Frauen austauschen oder Ex-Spielerinnen wie mich einstellen. Frauen wurden lange außen vorgelassen, und nun sind wir mittendrin."

Spielerinnen werden an Gewinnen beteiligt

Mitgründerinnen des Fußballclubs sind Promis wie Schauspielerin Natalie Portman oder Tennis-Star Serena Williams.

Beim Angel City FC nimmt man sich die Erfolge der Nationalmannschaft gern zum Vorbild. Das heißt, Spielerinnen werden auch an den Gewinnen beteiligt, und man will auf die Vereinbarkeit von Familie und Job achten.

Diese Mentalität scheint auch der deutschen Torhüterin Almuth Schult zu gefallen, denn sie stößt jetzt neu beim Angel City FC in Los Angeles dazu.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels stand, die Spielerinnen des Angel City FC würden genauso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings hat der Verein keine Herren-Mannschaft. Wir haben dies korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.

Über dieses Thema berichtete NDR 2 Sport am 06. April 2022 um 23:03 Uhr.