Bewaffnete Einsatzkräfte stehen vor einem Gefängnis in Ecuador. | AFP

Gewalt in Ecuador 75 Tote bei Gefangenenmeutereien

Stand: 24.02.2021 03:33 Uhr

In mehreren Gefängnissen in Ecuador ist es zu gewalttätigen Aufständen gekommen. Laut Polizei starben dabei 75 Häftlinge. In den Zellen wurden Schusswaffen, Macheten und Messer gefunden.

Bei Aufständen in drei Gefängnissen in Ecuador sind 75 Insassen getötet worden. Das teilte die Gefängnisverwaltung des südamerikanischen Landes mit. In einer vorherigen Zwischenbilanz der Behörden war noch von mehr als 50 Toten die Rede gewesen.

Die Unruhen waren in Haftanstalten der Städte Cuenca, Guayaquil und Latacunga ausgebrochen. Ecuadors Präsident Lenín Moreno machte "kriminelle Organisationen" für die Aufstände verantwortlich. Diese Banden hätten "zeitgleiche Gewalttaten in mehreren Gefängnissen" angezettelt.

Zahl der Toten schnell gestiegen

Nachdem die Sicherheitskräfte die Haftanstalten wieder unter Kontrolle gebracht hatten, durchsuchten die Ermittler die Zellen. Dabei wurden in Guayaquil Schusswaffen, Macheten, Messer und Mobiltelefone sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Zunächst war am Dienstag von zehn Toten die Rede gewesen. In einer Haftanstalt in der Hafenmetropole Guayaquil seien acht Menschen getötet worden, teilte Polizeichef Patricio Carrillo mit. In Cuenca kamen bei Krawallen demnach zwei Menschen ums Leben. Später stiegen die Zahlen dann rasch an.

Gefängnis Guayaquil | AFP

Gefängnis von Guayaquil: "Gewaltsame Aktionen" Bild: AFP

Zusätzliche Einheiten in die Gefängnisse

Der Hintergrund der Gefangenenmeutereien war zunächst unklar. Innenminister Patricio Pazmiño sprach von einer konzertierten Aktion krimineller Organisationen.

Zuvor war es in mehreren Gefängnissen des südamerikanischen Landes zu Aufständen gekommen. Auch aus der Haftanstalt von Cotopaxi wurden demnach gewalttätige Auseinandersetzungen gemeldet. Die Polizei verlegte zusätzliche Einheiten in die Gefängnisse, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2021 um 21:00 Uhr.