Derek Chauvin | AP

Fall George Floyd Ex-Polizist Chauvin legt Berufung ein

Stand: 24.09.2021 10:16 Uhr

Der wegen der Tötung des Schwarzen George Floyd zu langjähriger Haft verurteilte Ex-Polizist Chauvin hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Er beschuldigt die Justiz unter anderem des voreingenommenen Fehlverhaltens.

Der Ex-Polizist Derek Chauvin bekam eine langjährige Haftstrafe, weil er den Schwarzen George Floyd getötet hatte. Nun hat er Berufung gegen das Urteil eingelegt. Im Zusammenhang mit seinem Prozess vor einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota brachte Chauvin Beschwerde in 14 Punkten ein. Das geht aus veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor. Er beschuldigte die Justiz unter anderem des voreingenommenen Fehlverhaltens.

Chauvin: Anträge auf Prozess-Verlegung abgelehnt

Der ehemalige Polizeibeamte warf dem Gericht zudem vor, dass es Anträge auf Vertagung oder Verlegung des Prozesses abgelehnt habe und dass die Geschworenen für die Dauer des Prozesses nicht voneinander getrennt wurden. In den eingereichten Unterlagen erklärte Chauvin, er habe kein Einkommen sowie keinen Rechtsbeistand für das Berufungsverfahren. Ein Fonds, der während des Prozesses für die Kosten seines Verteidigers aufgekommen war, war nach seiner Verurteilung aufgelöst worden.

Chauvin war im Juni in Minneapolis zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden und sitzt derzeit seine Gefängnisstrafe ab. Eine Geschworenen-Jury hatte ihn unter anderem des Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen, was in Deutschland in etwa einem Totschlag in einem schweren Fall entspricht.

"I can't breathe" - Motto der Anti-Rassismus-Bewegung

Der weiße Polizist hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis rund neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl der 46-Jährige wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod sorgte international für Empörung und löste über die Grenzen der USA hinweg Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Floyds Klage "I can't breathe" - "Ich kann nicht atmen" oder "Ich bekomme keine Luft" - ging um die Welt und wurde zu einem Motto der Anti-Rassismus-Bewegung "Black Lives Matter".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. September 2021 um 08:00 Uhr.