Überschwemmung in Bahia | AFP

Unwetter und Dammbrüche Tote bei Überschwemmungen in Brasilien

Stand: 27.12.2021 15:27 Uhr

Nach heftigen Regenfällen und Dammbrüchen stehen große Teile des brasilianischen Bundesstaates Bahia unter Wasser. Mindestens 18 Menschen kamen ums Leben, 20.000 wurden obdachlos. Noch immer warten viele Einwohner auf Hilfe.

Anhaltende heftige Regenfälle haben im Nordosten Brasiliens Medienberichten zufolge die schwersten Überschwemmungen seit mehr als 30 Jahren ausgelöst. Im Bundesstaat Bahia kamen mindestens 18 Menschen ums Leben, 20.000 wurden obdachlos, wie es unter Berufung aus den Zivilschutz hieß. Insgesamt seien etwa 430.000 Einwohner von den Unwettern betroffen. "An eine so große Tragödie kann ich mich in der jüngeren Geschichte Bahias nicht erinnern", schrieb Gouverneur Rui Costa auf Twitter.

"Hier im Süden Bahias geht die Welt unter, und niemand sieht uns", klagte die 24-jährige Lorena Vicente in der Zeitung "O Globo" über die Situation in dem Bundesstaat. Ihre Eltern hätten in den Fluten alles verloren, ergänzte die junge Frau.

"Wir werden sehr hart arbeiten, um die Schäden zu beheben", versprach Gouverneur Costa, der für 72 Städte und Ortschaften des weitläufigen Bundesstaates den Notstand ausrief. Bahia ist flächenmäßig etwa so groß wie Frankreich.

Rettungsmaßnahmen dauern an

Der Gouverneur machte klar: "Priorität hat im Moment, Leben zu retten." Dazu würden Hubschrauber und Boote eingesetzt, sagte er bei einem Besuch betroffener Gebiete. Auch das Militär helfe mit. Costa selbst teilte auf Twitter ein Video, das zeigt, wie ein Mann mit einem Helikopter vom Dach eines Hauses gerettet wird. Den Angaben zufolge hatte er dazu von innen ein Loch durch die Dachziegel geschlagen.

In der Stadt Itabuna retteten Nachbarn mit Hilfe von Luftmatratzen eine 102-Jährige aus ihrem Haus, wie örtliche Medien berichteten. "Das Wasser stieg so stark an, das es über die Treppe in die Wohnung kam", sagte der Neffe der Frau Reportern. Der Pegelstand des Flusses Cachoeira sei in der Gegend um bis zu zehn Meter gestiegen.

Weitere Dammbrüche befürchtet

Bahia wurde seit November bereits von mehreren schweren Unwettern getroffen, die nicht nur ganze Landstriche unter Wasser setzen, sondern auch Erdrutsche auslösten. Am Weihnachtswochenende kam der Bruch zweier Dämme in der Region hinzu. Die Verwaltungen der Gemeinden Itambé und Jussiape riefen in sozialen Medien die Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Rund zehn weitere Dämme würden in der Region nun genauer inspiziert, meldeten Medien unter Berufung auf die Feuerwehr. Bei einer Staudamm-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais waren Anfang 2019 mindestens 260 Menschen von einer Schlammlawine getötet worden.

Der Pegelstand des Flusses Cachoeira gehe inzwischen etwas zurück, twitterte Gouverneur Costa. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf Meteorologen: Es werde erwartet, dass die Regenfälle noch eine Woche andauern werden.