Junge Demonstranten in Rio de Janeiro halten ein Plakat mit der Aufschrift "Stopp die Poizeigewalt! Frieden und Gerechtigkeit" | AP

Nach Razzia in Rio de Janeiro Protest gegen Polizeigewalt in Brasilien

Stand: 14.05.2021 10:04 Uhr

Eine Woche nach der Razzia mit 28 Toten in einem Armenviertel Rio de Janeiros haben Tausende gegen Polizeigewalt und Rassismus protestiert. Die Demonstranten beklagten zudem die Diskriminierung von Schwarzen.

In Rio de Janeiro haben Tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Auf Plakaten war zu lesen: "Gegen Völkermord ist die Rebellion gerechtfertigt" oder "Gerechtigkeit für Jacarezinho". Die Menschen riefen gemeinsam Parolen wie "Keine Kugeln, kein Hunger, kein Covid".

In Rio de Janeiros Armenviertel Jacarezinho waren bei einem Polizeieinsatz gegen Drogenkartelle vor einer Woche 28 Menschen getötet worden.

Die Razzia hatte sich gegen Drogenhändler gerichtet, die beschuldigt wurden, Minderjährige zu rekrutieren. In Jacarezinho ist das Kartell "Comando Vermelho" (Rotes Kommando) aktiv, die als größte Verbrecherorganisation der Stadt gilt.

Alte Wunden aus der Zeit der Sklaverei

Der 13. Mai ist in Brasilien der Gedenktag an das Ende der Sklaverei, die 1888 offiziell abgeschafft wurde. Zuvor hatten die portugiesischen Kolonialherrscher mehr als 300 Jahre lang Sklaven aus den afrikanischen Kolonien nach Brasilien gebracht. Dort wurden sie vor allem auf Zuckerrohrplantagen, aber auch in Minen und im Kaffeeanbau eingesetzt.

An die Sklaverei und die ungleichen Lebensbedingungen erinnerten auch die Demonstranten in Rio de Janeiro. Ein Mann sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Wir sind hier, um eine Ende des Völkermords an Schwarzen zu fordern, und um Impfstoffe, Arbeitsplätze und Gleichberechtigung einzufordern."

Anti-Rassismus-Proteste gab es auch in Brasilia, Salvador und Sao Paulo.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Mai 2021 um 09:00 Uhr.