Angehörige der Militärpolizei von Honduras bereiten sich auf ihren Einsatz vor. | REUTERS

Kampf gegen Bandenkriminalität Honduras verhängt Ausnahmezustand

Stand: 06.12.2022 09:14 Uhr

Seit März gilt in El Salvador Ausnahmezustand - jetzt setzt auch das Nachbarland Honduras auf diesen Schritt. Im Kampf gegen kriminelle Banden werden zunächst für einen Monat die Grundrechte eingeschränkt.

Honduras hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Regierung hofft, dadurch effektiver gegen organisierte Kriminalität vorgehen zu können. Der Ausnahmezustand zielt auf die Hauptstadt Tegucigalpa und die im Norden des Landes gelegene Wirtschaftsmetropole San Pedro Sula, die beide mit dem Einfluss mächtiger Gangs wie Barrio 18 und MS-13 zu kämpfen haben.

Einige Grundrechte wie die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit wurden eingeschränkt, wie aus einem veröffentlichen Amtsblatt hervorgeht. Bewohnerinnen und Bewohner müssten sich auf Festnahmen und Durchsuchungen einstellen.

Zweites Land in Zentralamerika mit Ausnahmezustand

Honduras ist das zweite Land in Zentralamerika nach El Salvador, das zum Zweck der Bekämpfung der Bandenkriminalität den Ausnahmezustand erklärt hat.

Der pensionierte Chef der honduranischen Nationalpolizei, Leandro Osorio, sagte, sein Land wolle mit dem Schritt nicht nur Verbrechen verhindern, sondern die Gangs durch repressive Aktionen unter Druck setzen. "Die Absicht dahinter ist, in diese kriminellen Strukturen einzudringen, um an die Anführer zu kommen". Es werde auch wichtig sein, gegen Kleinkriminelle und Wiederholungstäter vorzugehen, sagte Osorio.

Der Ausnahmezustand in Honduras soll zunächst einen Monat gelten, kann jedoch vom Parlament verlängert werden. So verfuhr auch das benachbarte El Salvador, seitdem dort im März der Notstand ausgerufen wurde.