Wikileaks-Gründer Julian Assange im Jahr 2017 (Archivbild). | AP

Ecuador Gericht entzieht Assange Staatsbürgerschaft

Stand: 28.07.2021 02:31 Uhr

Ein Gericht hat WikiLeaks-Gründer Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Assange sitzt derzeit in Großbritannien in Haft. 2012 war er in die ecuadorianische Botschaft geflohen.

Ecuador hat dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange seine ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Die Entscheidung sei ohne einen gerechten Prozess getroffen worden, teilte Assanges Anwalt, Carlos Poveda, der Nachrichtenagentur AP mit. Assange habe dabei nicht vor Gericht erscheinen dürfen.

"An dem Datum, an dem (Assange) vorgeladen wurde, war er seiner Freiheit beraubt und mit einer gesundheitlichen Krise in dem Freiheitsberaubungszentrum, in dem er festgehalten wurde", sagte Poveda. Er werde Berufungen einreichen, um eine Klarstellung der Entscheidung zu bekommen.

Ecuadorianische Staatsbürgerschaft seit 2018

Assange befindet sich im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in Großbritannien. Er wurde 2019 wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen verhaftet. 2012 war er in die ecuadorianische Botschaft in London geflohen, wo er sich sieben Jahre lang aufhielt. Er wollte vermeiden, dass er nach Schweden wegen Vorwürfen der Vergewaltigung und des sexuellen Übergriffs ausgeliefert wird.

Die ecuadorianische Staatsbürgerschaft erhielt Assange im Januar 2018. Ecuador wollte damit Assange den Diplomatenstatus geben, damit er die Botschaft in London verlassen konnte. Ein Gericht entzog Assange am Montag die Staatsbürgerschaft. Das ecuadorianische Außenministerium teilte der AP mit, das Gericht sei "unabhängig vorgegangen".

Das Justizministerium informierte Assange als Reaktion auf eine Beschwerde des Außenministeriums, dass seine Staatsbürgerschaft ungültig sei. Von Behördenseite wird zur Last gelegt, dass das Einbürgerungsschreiben für Assange Unstimmigkeiten enthalten habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2021 um 06:00 Uhr.