Benjamin Crump hält die Arme der Eltern von Ahmaud Arbery, Wanda Cooper-Jones und Marcus Arbery, vor dem Bundesgerichtsgebäude in Brunswick. | AP

Rassistischer Mord an Jogger Täter auch wegen Hassverbrechen verurteilt

Stand: 22.02.2022 19:22 Uhr

Drei Männer sind nach dem Mord an einem schwarzen Jogger im US-Bundesstaat Georgia ein weiteres Mal verurteilt worden - diesmal wegen Hassverbrechen. Ihnen droht lebenslange Haft.

Zwei Jahre nach dem Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery sind die drei Täter auch wegen Hassverbrechen verurteilt worden. Eine Jury im US-Bundesstaat Georgia befand sie schuldig, die verfassungsgemäßen Rechte des damals 25 Jahre alten Arberys verletzt zu haben. Sie hatten auf nicht schuldig plädiert.

Arbery war im Februar 2020 nahe der Stadt Brunswick in Georgia joggen, als er erschossen wurde. Die drei Männer waren deshalb im Januar in einem anderen Prozess bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden: Der Schütze Travis M. wegen Mordes, sein Vater Gregory und ein Nachbar wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten.

Die Ermittlungen in dem Fall waren erst in Gang gekommen, als ein Handyvideo von der Tat veröffentlicht wurde. Kurz darauf wurde in Minneapolis George Floyd von einem Polizisten getötet - daraufhin kam es in den ganzen USA zu heftigen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

In dem neuen Prozess hatte der Staatsanwalt rassistische Chatnachrichten der Täter vorgelegt. Ihre Verteidiger hatten argumentiert, sie hätten Arbery nicht aus rassistischen Gründen gejagt, sondern weil sie ihn eines Verbrechens verdächtigten. Dem folgten die Geschworenen nicht.

Arberys Mutter sagte nach der Urteilsverkündung: "Es war ein langer und stressiger Kampf." Der Anwalt von Arberys Vater sagte, das Urteil sei "volle Gerechtigkeit".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2022 um 04:38 Uhr.