Protestierende und Polizei in Südafrika | REUTERS

Gewalt nach Zuma-Inhaftierung Südafrika setzt Militär gegen Proteste ein

Stand: 12.07.2021 14:59 Uhr

Bei gewaltsamen Protesten gegen die Inhaftierung von Ex-Präsident Zuma sind in Südafrika bisher sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung setzt nun das Militär ein, um die Unruhen einzudämmen.

Bei zunehmender Gewalt nach der Inhaftierung von Ex-Präsident Jacob Zuma sind in Südafrika sechs Menschen ums Leben gekommen und 219 festgenommen worden. Geschäfte und andere Betriebe seien geplündert und durch Vandalismus beschädigt worden, teilte die Polizei mit.

Inzwischen wurden Soldaten der Armee in zwei Provinzen des Landes entsandt. Die Truppen sollen in der Region Gauteng mit der Metropole Johannesburg sowie der Provinz KwaZulu-Natal die Polizei bei der Eindämmung der Unruhen unterstützen, wie das Militär mitteilte.

Land durch Haft Zumas gespalten

Zuma war Ende Juni vom Verfassungsgericht wegen Missachtung der Justiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, die er vergangene Woche antrat. Während viele Südafrikaner die Inhaftierung als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes feierten, gingen Unterstützer Zumas auf die Straße. 

Die Proteste schlugen vielerorts in Gewalt um. Am Montag wurden den vierten Tag in Folge vor allem in KwaZulu-Natal, der Heimatprovinz Zumas, Gebäude in Brand gesetzt und Häuser geplündert. Demonstranten steckten ein Einkaufszentrum in der Provinzhauptstadt Pietermaritzburg an. In Eshowe, einer Stadt in der Nähe von Zumas Wohnort Nkandla, eröffnete die Polizei das Feuer, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben. 

Plünderer in Südafrika | REUTERS

Während der Proteste wurden Geschäfte geplündert und Gebäude angezündet. Bild: REUTERS

Präsident Cyril Ramaphosa rief die Menschen am Sonntag zu "friedlichem Protest" auf. Zuma war 2009 als Hoffnungsträger der Armen an die Macht gekommen. Doch er verspielte mit einer Reihe von Korruptionsaffären seine Glaubwürdigkeit. Anfang 2018 kam der skandalumwitterte Präsident mit seinem Rücktritt einer Absetzung zuvor.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Juli 2021 um 14:40 Uhr.