Verletzte Soldaten, die aus Mali eingetroffen sind, werden am Stuttgarter Flughafen aus einem Airbus A310 der Bundeswehr transportiert. | dpa

Nach Anschlag in Mali Alle verletzten Soldaten zurück in Deutschland

Stand: 27.06.2021 05:11 Uhr

Das zweite Flugzeug mit verletzten Bundeswehrsoldaten aus Mali ist in Deutschland gelandet. Damit sind alle zwölf bei dem Anschlag verwundeten deutschen Soldaten zurück. Sie werden nun medizinisch behandelt.

Nach dem Selbstmordattentat im westafrikanischen Mali ist auch das zweite Flugzeug mit verletzten Bundeswehrsoldaten in Deutschland gelandet. Der Airbus A310 erreichte in der Nacht den Stuttgarter Flughafen. Nach Angaben einer Sprecherin des Sanitätsdienstes der Bundeswehr waren sechs Soldaten an Bord. Sie seien "gut angekommen" und erhielten nun eine "hochwertige Versorgung". 

Gegen zwei Uhr habe der Transport mit den Verwundeten das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm erreicht, teilte der Sanitätsdienst später auf Twitter mit. Ein Team aus Spezialisten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen kümmere sich nun um die Soldaten.

Alle Verletzten zurück in Deutschland

Damit sind nun alle zwölf bei dem Anschlag verletzten deutschen Blauhelmsoldaten zurück in Deutschland. In Köln war am Samstagnachmittag bereits eine Bundeswehrmaschine mit den drei schwer verletzten deutschen Soldaten sowie jenen gelandet, die liegend transportiert werden mussten. Sie wurden in das Bundeswehr-Zentralkrankenhaus nach Koblenz gebracht. Der Zustand der zurückgekehrten Soldaten sei stabil, schrieb Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf Twitter.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitag nordöstlich der Stadt Gao eine stehende Patrouille mit einer Autobombe angegriffen. Es wurden 13 UN-Soldaten verletzt, darunter zwölf Deutsche. Die Soldaten sicherten nach UN-Angaben den Konvoi eines malischen Bataillons. Vorangegangen sei am Vortag die Explosion eines Sprengsatzes, bei der es aber nur Sachschaden an einem Fahrzeug gegeben habe.

Seit 2012 herrscht Instabilität

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission MINUSMA beteiligt. Die Obergrenze liegt bei 1100 Männern und Frauen aus Deutschland. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. In dem Land sind islamistische Terrorgruppen aktiv.

Die politische Situation ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen.

Frankreich erhöht den Druck

2013 schlug ein massiver Militäreinsatz der Franzosen den Vormarsch der Terrormilizen auf die Hauptstadt Bamako zurück. Auch organisierte Kriminalität und grenzübergreifender Schmuggel sind ein Problem in der Region, über die Migrationsrouten nach Nordafrika und weiter Richtung Europa laufen.

Zuletzt gab es in Mali zwei Militärputsche. Im Raum stand zuletzt gar die Frage, ob sich Mali nach dem jüngsten Putsch gar in Richtung radikaler Islamismus bewegt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte eine grundsätzliche Neuausrichtung der französischen Militärpräsenz in der Sahelzone an. Er will den Anti-Terror-Einsatzes "Operation Barkhane" aussetzen, um den Druck auf den Krisenstaat und die Putschisten zu erhöhen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juni 2021 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Mass Effect 27.06.2021 • 13:16 Uhr

12:53 von frosthorn

Sie schreiben: Menschen wir er [Ali Farka Touré] repräsentieren dieses Land und seine uralte Hochkultur, und nicht die islamistischen Banden, die es in Angst und Schrecken versetzen. Nun, wenn man gegen diese islamistischen Banden aber nichts unternimmt dann wird man von Menschen wie Ali Farka Touré nur noch (wenn überhaupt) etwas in Geschichtsbüchern lesen.