Alaa Abdel Fattah (Archiv, 29.3.2019) | dpa

Ägyptischer Aktivist im Streik Inhaftierter Abdel Fattah trinkt wieder Wasser

Stand: 14.11.2022 17:44 Uhr

Der in Ägypten inhaftierte Aktivist Abdel Fattah trinkt nach einer Woche wieder Wasser. Seine Vitalwerte seien gut, schreibt er in einem Brief an seine Familie. Seit sieben Monaten befindet er sich inzwischen im Hungerstreik.

Alaa Abdel Fattah hat seinen Verzicht auf Wasser laut seiner Familie nach fast einer Woche beendet. "Ich trinke seit Samstag wieder Wasser. Vitalwerte heute sind gut", schrieb der in Ägypten inhaftierte Demokratieaktivst in einem Brief aus seiner Haft, den seine Familie veröffentlichte.

"Es ist definitiv seine Handschrift", bestätigte seine Schwester Sanaa Saif die Echtheit des Briefs. Es sei "endlich ein Lebenszeichen" ihres Bruders.

Eine der Führungsfiguren der Revolution von 2011

Abdel Fattahs zählte zu den Führungsfiguren in der Revolution von 2011, die Langzeitherrscher Hosni Mubarak zu Fall brachte. 2013 wurde er beim Protest gegen ein verschärftes Demonstrationsgesetz festgenommen und sitzt seitdem fast durchgehend im Gefängnis.

Nach einem langen Hungerstreik und Verzicht auf Wasser seit Beginn der Weltklimakonferenz im Land vor einer Woche hatte die Gefängnisbehörde nach Angaben der Familie "medizinisch interveniert". Ob Abdel Fattah zwangsernährt wurde oder wird, ist unklar. Laut Staatsanwaltschaft ist er "wohlauf". Ohne Wasser kann der Körper nur drei bis vier Tage überleben.

Bei der zweiwöchigen Klimakonferenz verhandeln Vertreter aus fast 200 Ländern darüber, wie der Kampf gegen die Erderwärmung verstärkt werden kann. Die Konferenz läuft bis Ende dieser Woche.

UN gehen auf Klimakonferenz Überwachungsvorwürfen nach

Die UN gehen zugleich auf der Klimakonferenz Vorwürfen nach, dass es Überwachungsmaßnahmen und anderes Fehlverhalten ägyptischer Sicherheitskräfte gegeben habe. Die für Sicherheit auf der Konferenz zuständige UN-Abteilung teilte mit, sie sei "auf Vorwürfe hingewiesen worden", wonach es Verstöße gegen Verhaltensregeln gegeben habe. Dies werde nun geprüft.

In den vergangenen Tagen hatte es auf der Klimakonferenz von der deutschen Delegation organisierte Veranstaltungen gegeben, bei denen auch die Lage der Menschenrechte in Ägypten Thema war, insbesondere das Schicksal des inhaftierten Aktivisten Fattah.

Von ägyptischer Seite hieß es, die Vorhaltungen seien "lächerlich".