Wohnstraße in Deutschland | dpa

Studie zu Mietpreisen Mieten in Deutschland steigen weiter

Stand: 06.05.2021 16:37 Uhr

Deutschlandweit werden die Mieten von Bestandwohnungen immer höher: Einer Studie zufolge sind sie Anfang des Jahres so stark angestiegen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Verbände fordern die Bundesregierung auf, mehr für bezahlbaren Wohnraum zu tun.

Die Preise für Mietwohnungen in Deutschland sind einer Studie zufolge zu Jahresbeginn wieder deutlicher stärker gestiegen als in den Vorjahren. Im ersten Quartal 2021 zogen die Mieten von Bestandwohnungen mit einer Steigerung von 1,8 Prozent so stark an wie seit fünf Jahren nicht mehr - das geht aus einer Analyse der Online-Plattform ImmoScout24 hervor. Nach Daten des Portals verlangten Vermieter bei der Neuvermietung im März 7,18 Euro kalt je Quadratmeter und damit drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Neubauwohnungen waren es sogar 9,58 Euro - ein Plus von gut fünf Prozent.

Verbände: 630.000 Wohnungen fehlen

Dem Mieterbund zufolge wird es in deutschen Städten daher immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. "Eine zunehmende Zahl von Mietern kann die Miete nur noch schwer oder gar nicht bezahlen", sagte Mieterbundpräsident Lukas Siebenkotten. Notwendig sei der Bau von mindestens 80.000 Sozialwohnungen pro Jahr, erklärte er gemeinsam mit Verbänden der Bau- und Wohnungsbranche sowie der IG BAU. Berechnungen für das Bündnis ergaben, dass bundesweit insgesamt rund 630.000 Wohnungen fehlen.

"Die Investitionsbedingungen für bezahlbaren Wohnungsbau sind weiterhin schlecht", kritisierte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen beim sogenannten Wohnungsbautag. Höhere Grundstückspreise, höhere Auflagen und Baupreise hätten die Kosten für neue Wohnungen in die Höhe getrieben.

Wohnraum könnte sich durch Pandemie weiter verteuern

Die künftige Bundesregierung muss aus Sicht des Bündnisses vor allem den Bau bezahlbarer Wohnungen vorantreiben - unter anderem mit vergünstigtem Bauland, Steuererleichterungen, Förderung von Energiesparmaßnahmen, mehr Personal in Bauämtern und Möglichkeiten für höheres und dichteres Bauen.

Das Deutsche Institut für Urbanistik hält es für möglich, dass geänderte Bedürfnisse infolge der Corona-Krise das Wohnen weiter verteuern könnten. "Die Wohnung wird nach Corona als Lebensraum wichtiger sein", sagte Institutsleiter Carsten Kühl. Größere Wohnungen mit Rückzugsmöglichkeiten und weniger offenen Grundrissen sowie höherer technischer Ausstattung könnten künftig begehrter sein.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Mai 2021 um 08:02 Uhr.

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KOMMENTARE

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IchMeinJaNur 06.05.2021 • 21:49 Uhr

@21:40 von werner1955

"Was hat Eigenbedarf mit Gier zu tun?" Weil es tatsächlichen Eigenbedarf gibt und nur einen, der vorgeschoben ist. Sie dürfen raten, wie sich das prozentual verteilt.