Schriftzug des Deutschen Aktienindex DAX | dpa

Alarmsignale an Finanzmärkten Börsenkurse stürzen wegen Ukraine-Krise ab

Stand: 14.02.2022 11:23 Uhr

Die Sorgen mit Blick auf die russische Militärpräsenz nahe der ukrainischen Grenze wachsen. Wie ernst die Gefahr einer Invasion genommen wird, zeigt sich auch an starken Kursverlusten an den Börsen.

Von Victor Godjka, ARD-Börsenstudio

Kreml-Experten spekulieren über eine mögliche russische Invasion in der Ukraine. Die Anleger an den weltweiten Börsen spekulieren mit: Was wäre, wenn aus dem Säbelrasseln ein Krieg werden würde? Die Börsen reagierten am Morgen deutlich: Direkt zu Handelsbeginn am Frankfurter Parkett sackten die Kurse nach unten. In einer ersten Reaktion verlor der deutsche Leitindex DAX mehr als drei Prozent und rutschte sogar unter die runde Marke von 15.000 Punkten.

Wirtschaftliche Folgen einer Eskalation

Auch wenn die Ukraine aus der Sicht vieler Menschen im Westen weit weg ist: Ein Krieg dort hätte klare wirtschaftliche Folgen. Sollte die Krise dort eskalieren, könnten Öl- und Gaspreise Experten zufolge deutlich steigen und damit auf die Konjunktur drücken. Auch das Russlandgeschäft der deutschen Großkonzerne wäre betroffen.

Das zeigt sich im DAX deutlich. Zu den großen Verlierern des Morgens gehören Aktien der Deutschen Bank, von Siemens Energy und Volkswagen. Sie alle machen Geschäfte in Russland und verbuchen nun Kursverluste von vier bis sechs Prozent.

23 Milliarden Euro - so groß ist das Exportgeschäft der deutschen Unternehmen mit Russland. Maschinen, Chemie, Autos, es geht um deutsche Kernprodukte. Und es geht auch um Öl und Gas, die in umgekehrter Richtung nach Deutschland kommen. Die Folgen der politischen Entwicklung zeigen sich daher auch beim Ölpreis. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent kostet jetzt bereits mehr als 95 Dollar. Bis zur Marke von 100 Dollar je Fass ist es nicht mehr weit.

Heftige Reaktionen an Russlands Börse

Heftige Reaktionen gibt es auch am russischen Aktienmarkt. Anleger dort sorgen sich vor möglichen Sanktionen, wenn Russland den Konflikt aufflammen lassen sollte. Der russische Leitindex RTS mit Firmen wie der Fluggesellschaft Aeroflot oder dem Gasriesen Gazprom verliert mehr als viereinhalb Prozent

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Februar 2022 um 12:00 Uhr.