Arbeiter auf einem Ölfeld in der Nähe von Basra | REUTERS

Treffen der Exporteure OPEC+ erhöht Öl-Förderung stärker

Stand: 02.06.2022 16:21 Uhr

Die in der OPEC+ zusammengeschlossenen Öl-Exportländer haben sich auf eine Ausweitung der Fördermengen geeinigt. Im Juli und August sollen täglich 648.000 Barrel zusätzlich gefördert werden. An der Rolle Russlands in der OPEC+ ändert sich vorerst nichts.

Die im Kartell OPEC+ zusammengeschlossenen Öl-Exportländer heben ihre Fördermengen im Sommer deutlich stärker an als in den vergangenen Monaten. Die Mitgliedsstaaten einigten sich bei einer Online-Sitzung darauf, die Förderquoten im Juli und August im jeweils 648.000 Barrel pro Tag anzuheben. Damit wurde den Angaben zufolge die für September vorgezogene Ausweitung der Förderung vorgezogen. Für Juni bleibt es dagegen bei der bereits beschlossenen Erhöhung der Ölförderung um 432.000 Barrel pro Tag.

Reaktion auf Preisentwicklung und globalen Bedarf

Die OPEC+ begründete ihr Vorgehen mit dem Ende von Lockdowns an wichtigen Wirtschaftsstandorten und dem saisonal erhöhten Bedarf von Raffinerien. Aus der Mitteilung der Organisation geht zudem hervor, dass Russland trotz des angekündigten EU-Teil-Embargos von russischem Öl auch weiterhin an den Fördervereinbarungen teilnimmt. Im Rahmen der OPEC+ kooperiert die in Wien ansässige Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) mit anderen wichtigen Förderstaaten wie Russland.

Die Produktionssteigerung erfolgt vor dem Hintergrund steigender Rohölpreise, die die Benzinkosten in den USA und anderen Ländern auf Höchststände katapultiert haben. Es gibt Befürchtungen, dass erhöhte Energiepreise die Weltwirtschaft nach der Pandemie ausbremsen könnten. Die US-Regierung reagierte denn auch positiv auf die Ankündigung höherer Fördermengen. Die USA begrüßten die "wichtige Entscheidung", das Angebot aufgrund der neuen Marktbedingungen im Juli und August zu erhöhen, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, mit. "Wir erkennen die Rolle Saudi-Arabiens als Vorsitz der OPEC+ und als deren größter Produzent bei der Erzielung dieses Konsenses zwischen den Gruppenmitgliedern an." Die USA wollten weiter alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dem Druck auf die Energiepreise zu begegnen.

Diskussion über künftige Rolle Russlands

Vor dem monatlichen Treffen des Verbunds hatten zwei Presseberichte für Spekulationen gesorgt. Das "Wall Street Journal" hatte über eine Debatte berichtet, Russland von den Förderzielen der OPEC+ wegen der Sanktionen des Westens zeitweise auszunehmen. Die "Financial Times" berichtete, Saudi-Arabien habe westlichen Ländern signalisiert, seine Produktion auszuweiten, sollte die russische Förderung deutlich sinken. Die von Saudi-Arabien und Russland dominierte OPEC+ hatte zu Beginn der Corona-Pandemie starke Produktionskürzungen beschlossen, nachdem Pandemiemaßnahmen zu einem Einbruch des Energiebedarfs und der Ölpreise geführt hatten. In den vergangenen Monaten waren diese Kürzungen schrittweise zurückgenommen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juni 2022 um 07:35 Uhr.