Ein Zugfahrer schaut aus einer U-Bahn in New York. | AFP

New Yorks Infrastruktur Bidens Billionen helfen dem Big Apple

Stand: 23.04.2021 08:12 Uhr

Das U-Bahn-Netz in New York ist so marode, dass zeitweise die Fahrpläne in Gefahr gerieten. Nun hofft die Stadt auf Soforthilfe aus dem Konjunkturprogramm des US-Präsidenten.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

New York ist in Fahrt, verspricht Andrew Cuomo. "Wir werden die Stadt nicht nur wiederaufbauen", sagt der Gouverneur, "wir werden sie neu erfinden." Nach der lähmenden Pandemie. Nach vier lähmenden Trump-Jahren, in denen der Republikaner seiner liberalen Heimatstadt viele Knüppel zwischen die Beine geworfen hat. "Es gibt sicherlich mehr Optimismus als vorher", sagt auch Christopher Jones. Er ist Chefplaner der Regionalen Planungsorganisation von New York. Sie unterstützt die Behörden bei der Verbesserung der Infrastruktur. Und sie hat die New Yorker gerade erst nach ihrer Meinung dazu gefragt.

Antje Passenheim ARD-Studio New York

Sechs Milliarden Dollar fließen sofort

"57 Prozent der Leute blicken optimistisch auf die Zukunft dieser Stadt", sagt Jones. Das hänge vor allem mit dem Kurswechsel in Washington zusammen - und der Hoffnung, dass Big Apple stark profitiert vom großen Infrastruktur-Programm des neuen Präsidenten.

Von den zwei Billionen Dollar, mit denen Joe Biden Netze, Straßen und Schienen aufpäppeln will, sollen sechs Milliarden gleich direkt in die Metropole fließen: "Es gibt viele Erwartungen, wie unsere Straßen genutzt werden", sagt Jones. Das betreffe vor allem den umweltfreundlicheren Ausbau des Transportnetzes. "Wir werden mehr Radwege sehen, mehr Outdoor-Restaurants, mehr Platz für Fußgänger." 

Spitzname "AMTRAK Joe"

Vor allem haben die ersten Finanzspritzen der New Yorker U-Bahn aus der Patsche geholfen. Sie war durch Corona noch tiefer in die Krise gerutscht. Keine Passagiere, Riesen- Reparaturbedarf. Ohne Hilfspaket aus Washington hätte der Fahrplan bereits ausgedünnt werden müssen.

Der Chef der New Yorker Verkehrsgesellschaft, Patrick Foye, setzt auf weitere Unterstützung. "Jedes Schulkind in den USA weiß, dass Bidens Spitzname 'AMTRAK Joe' ist", sagt Foye. "Als US-Senator ist er 37 Jahre mit dem AMTRAK-Zug von Wilmington nach Washington gependelt. Er war immer ein großer Unterstützer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist sicher positiv." 

Tunnel-Projekt wieder aufgenommen

Es hilft auch einem weiteren Mammutprojekt, das der Kongress unter Trump ausgebremst hatte: ein neuer Bahn-Tunnel von Manhattan zum Festland nach New Jersey. Derzeit pendeln Tausende Berufstätige täglich durch völlig marode Röhren unter dem Hudson-Fluss hin und her. Ein wachsendes Sicherheitsrisiko, mahnt Gouverneur Cuomo: "Diese Träger sind über hundert Jahre alt. Sie sind völlig durchgerostet."

Der neue Tunnel ist längst in Planung. Schon unter der Obama-Regierung fiel der Zuschlag für das "Gateway"-Projekt, das den Verkehr unter dem Hudson entlasten ziehen soll. Die Trump-Regierung blockierte den Tunnelbau. Biden schob ihn nun wieder an. Das Projekt ist für New Yorks Verkehrsplaner wieder Priorität geworden. "Das Gateway-Projekt wartete auf einige grüne Lichter aus Washington", sagt Jones. "Und damit geht es jetzt voran."

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 01. April 2021 um 00:50 Uhr.