Frischer Hering und Scholle bei einem Großhändler auf dem Fischmarkt in Hamburg. | dpa

Abkommen zu Fischfangquoten Weniger Seelachs, Scholle und Hering

Stand: 16.03.2021 21:16 Uhr

Erstmals seit dem Brexit haben sich die EU, Großbritannien und Norwegen auf ein Abkommen für Fischfangquoten geeinigt. Um die Bestände in der Nordsee dauerhaft zu erhalten, sind die Quoten für Seelachs, Scholle und Hering gesenkt worden.

Die EU, das Vereinigte Königreich und Norwegen haben sich auf Fangmengen für Nordseefisch geeinigt. Bei fünf von sechs gemeinsam bewirtschafteten Beständen liegen die Fangquoten in den Grenzen dessen, was vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) als nachhaltig angesehen wird, wie die EU-Kommission mitteilte. Dies bedeute, dass dieses Jahr im Vergleich zu den Gesamtfangmengen 2020 ein Viertel weniger Seelachs, knapp 2,5 Prozent weniger Scholle und rund 7,5 Prozent weniger Hering gefangen werden dürfe, wobei es einen Anstieg bei Schellfisch und Wittling um je rund 20 Prozent gebe.

Wie aus einer Mitteilung der britischen Regierung hervorgeht, wurde die Fangmenge für Kabeljau nicht um die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern empfohlene Menge reduziert. Während diese Empfehlung bei minus 16,5 Prozent lag, einigten sich die drei Verhandlungspartner auf minus zehn Prozent.

Etliche Fischbestände in der Nordsee befinden sich in eher schlechtem Zustand. Deshalb geht es vor allem darum, die Interessen der Fischereiindustrie mit Umweltbelangen in Einklang zu bringen.

Abkommen: Zugang zu norwegischen Gewässern

Norwegen erzielte darüber hinaus ein bilaterales Abkommen mit der EU, nach dem die Fischer beider Seiten in die Gewässer der anderen Seite fahren dürfen. Da es in den vergangenen Wochen keine gültige Vereinbarung gab, durften die Fischer aus der EU und aus Norwegen nicht in die Fischfangzonen auslaufen.

"Der Zugang zu norwegischen Gewässern ist gerade für unsere Kutterfischerei auf Seelachs von großer Bedeutung", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Insbesondere die deutsche Hochseeflotte profitiere mit ihren Fängen von arktischem Kabeljau vom gemeinsamen Austausch von Fangmöglichkeiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. März 2021 um 22:00 Uhr.