Container aus China. | dpa

Wirtschaftsdaten aus China Exportboom - auch dank Corona

Stand: 08.03.2021 13:52 Uhr

Schutzmasken, Thermometer, Computer - China stellt viele Güter her, die in Pandemiezeiten weltweit gefragt sind. Die Exporte stiegen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres rasant.

Von Birgit Eger, ARD-Studio Shanghai

Rekordwachstum für Chinas Außenhandel: Die Exporte im Januar und Februar sind um rund 60 Prozent gestiegen, die Importe um gut 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - so die chinesischen Zolldaten. Selbst der Handel mit den USA ist trotz Sanktionen gestiegen.

20 Prozent sind Medizinprodukte

Ein Teil des Wachstums geht zurück auf die Ausfuhr von Gütern, die besonders in der Pandemie benötigt wurden: Masken, Schutzausrüstung, Thermometer.

Das ist ein Grund für die rapide Steigerung der Exportstatistik des Zolls von Januar und Februar, so Wang Dan, Chefanalystin der Hang Seng Bank in China: "Seit vergangenem August steigen die chinesischen Exportzahlen schneller, als wir erwartet haben. Nach unseren Schätzungen machen etwa 20 Prozent der Ausfuhren die Medizinprodukte aus, die jetzt in der Covid 19-Zeit besonders nachgefragt werden."

Kfz-Teile und Chemieprodukte aus Deutschland

Neben Masken und Co gehören auch Handys, Computer und andere Elektrogeräte zu Chinas Hauptausfuhrprodukten. Auch die wurden in den Pandemiezeiten besonders viel gekauft: für Homeoffice und Homeschooling. Hinzu kommt, dass - dank der staatlichen Konjunkturprogramme - die Wirtschaft in Europa und in den USA wieder anspringt und deshalb Maschinen und Maschinenteile aus China wieder mehr nachgefragt werden.

Nach den Statistiken des chinesischen Zolls hat die Volksrepublik im Januar und Februar auch rund 20 Prozent mehr Waren importiert. Aus Deutschland sind das vor allem Kfz-Teile, Maschinen und Chemieprodukte. 

Für Wang Dan ist das eine erwartbare Entwicklung: "Mit dem Anstieg der Importe hatten wir gerechnet. Das lag zum einen an den niedrigen Zahlen des vergangenen Jahres, aber auch an der starken chinesischen Währung. Jeder erwartet hier, dass der Kurs wieder fällt, die Inflation zunimmt und deshalb stocken viele ihre Lager auf, das lässt die Importzahlen steigen."

Milliarden Handelsbilanz-Überschuss

Insgesamt 103 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 87 Milliarden Euro, beträgt der chinesische Handelsbilanz-Überschuss für Januar und Februar. Dabei geht die prozentuale Steigerung des Außenhandels auch auf einen statistischen Effekt zurück. Die Vergleichsbasis aus dem Januar und Februar 2020 sei sehr niedrig, erklärte der chinesische Zoll auf seiner Internetseite. Denn Anfang 2020 grassierte in Teilen Chinas schon das Coronavirus. Städte und Provinzen wurden abgeriegelt, Unternehmen mussten die Produktion einstellen.

Dieses Jahr dann die gegenteilige Entwicklung: Die chinesische Regierung appellierte an die Arbeiter und Angestellten, wegen der Pandemie am chinesischen Neujahr im Februar nicht nach Hause zu fahren. So konnte in einigen Unternehmen weiter gearbeitet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. März 2021 um 07:35 Uhr.