Strand in Albufeira | REUTERS

Beliebte Ferienziele Was in welchem Urlaubsland teuer ist

Stand: 27.06.2022 14:58 Uhr

Europaweit steigen die Preise. Das spüren auch Reisende im Sommerurlaub deutlich. Doch was ist in welchen Ländern zurzeit besonders teuer? Und wo profitieren Gäste von Entlastungen? Ein Blick nach Italien, Spanien und Kroatien.

Italien: Teure Tickets und Sonnenliegen

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom

Die Preise steigen - Urlaubsländer wie Italien sind davon nicht ausgenommen. Schon im März hatte die Regierung die Steuer auf den Sprit gesenkt. Diesel und Benzin wurden daraufhin billiger. Doch trotz des Rabatts ist das Tanken inzwischen wieder sehr teuer: Um die zwei Euro kostet der Liter, die Preisunterschiede können schon mal 20 bis 30 Cent betragen.

Elisabeth Pongratz ARD-Studio Rom

Ebenfalls stark gestiegen sind die Kosten für andere Verkehrsmittel, Tickets etwa für Flüge und Fähren sind deutlich teurer geworden. In den Hotels, so rechnet der Verbraucherverband Codacons vor, machen die Preissteigerungen knapp 15 Prozent aus. Auch im Restaurant oder für eine Pizza muss mehr Geld ausgegeben werden als noch im vergangenen Jahr.

Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten

Preistreiber sind generell die horrenden Energiepreise, aber auch Kosten für die Abwasserentsorgung. Davon sind etwa die Strandbetreiber betroffen: Sie haben die Tarife für Sonnenschirme, Liegen oder Liegestühle kräftig angehoben. Am Wochenende werden um die 30 Euro für einen Tag fällig, in Einrichtungen der höheren Kategorie können es schon mal 100 Euro für einen Schirm und zwei Liegen sein.

Sonnenschirm und Liegen an einem Strand nahe Rom | AFP

Über die Preise für Sonnenschirme und Liegen geben viele Betreiber Energiekosten und Abwassergebühren weiter. Bild: AFP

Trotzdem ist der Urlaub in Italien sehr gefragt. Vor den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom, Florenz oder Venedig sind lange Schlangen zu sehen. In den Badeorten sind viele Hotels ausgebucht, an der berühmten Amalfiküste südlich von Neapel sind die Touristen aus den USA zurückgekehrt.

Corona-Auflagen fast nur noch in Bussen und Bahnen

Bezüglich Corona brauchen Urlauber kaum noch Regeln zu beachten. Lediglich in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn muss weiterhin eine Maske getragen werden. Ansonsten ist das Corona-Zertifikat weitgehend passé, also der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder getestet ist.

Spanien: Übernachtungen stark verteuert

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Madrid

Die Preise steigen auch in Spanien und Portugal, und zwar ordentlich. Die Inflation liegt in beiden Ländern bei rund acht Prozent. Das ist fast überall zu spüren: In manchen Supermärkten hat man den Eindruck, dass die Zahlen auf den elektronischen Preisschildern von Tag zu Tag hochspringen, etwa bei Gemüse, Wein oder Bier.

Das trifft natürlich auch Touristen, egal ob als Selbstversorger oder im Restaurant. Händler und Gastronomie geben die Preissteigerungen zum großen Teil weiter - und schlagen unter Umständen noch extra etwas drauf, je touristischer die Gegend ist.

Reinhard Spiegelhauer ARD-Studio Madrid

Hohe Nachfrage treibt die Preise

Denn zur Preissteigerung wegen der Inflation kommt die Nachfrage hinzu: Nach zwei Jahren Pandemie wird es in diesem Jahr in Spanien wieder richtig voll. Das hat Tourismusministerin Reyes Maroto vor ein paar Wochen mit Zahlen belegt. Hotels langen dementsprechend zu, nicht nur in Spanien, sondern auch in Portugal: Übernachtungen sind im Schnitt mindestens 15 Prozent teurer geworden.

Besonders wenn ein beliebter Termin, Ort oder ein berühmtes Spektakel dazukommen, schnellen die Preise hoch: Beim Stiertreiben in Pamplona im Juli wird schon mal das Fünffache der normalen Übernachtungspreise aufgerufen.  

Anders als in früheren Zeiten ist Benzin in Spanien und Portugal deutlich teurer als in Deutschland. Der Liter Superbenzin kostet zurzeit um die 2,20 Euro. In Spanien gibt es an der Tankstelle aber schon seit längerem einen Tankrabatt: pro Liter 20 Cent, die direkt von der Rechnung abgezogen werden - davon profitieren auch Touristen.

In Portugal ist die Entlastung anders organisiert. Dort können Steuerzahler einen so genannten Autovoucher beantragen und bekommen dann pro Monat maximal 20 Euro Tankrabatt gutgeschrieben. Touristen gehen hier leer aus.

Tourist liegt auf einer Liege am Swimming Pool eines Hotels in Palma de Mallorca | dpa

Die Nachfrage nach Urlaubsreisen nach Spanien ist in diesem Sommer wieder sehr hoch. Bild: dpa

Corona-Auflagen bei Einreise

Corona spielt im Alltag der beiden Länder kaum noch eine Rolle. Für die Einreise braucht man aber nach wie vor ein EU-Covid-Zertifikat oder ein aktuelles, negatives Testergebnis. Maskenpflicht gilt vor allem noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gesundheitseinrichtungen und Altersheimen. Die portugiesische Regierung empfiehlt, bei Großveranstaltungen Maske zu tragen. In einzelnen Regionen kann es etwas strengere Regeln geben.

Kroatien: 100 Euro für ein Familienmittagessen

Von Srdjan Govedarica, ARD-Studio Wien

Die Inflation in Kroatien liegt bei mehr als zehn Prozent, und die Preise dürften auch weiter nach oben gehen. Die Energiepreise sind um fast 20 Prozent gestiegen. Für Lebensmittel muss man im Schnitt rund 15 Prozent mehr bezahlen. Und auch Hotels und Gastronomie sind teurer geworden - um rund zwölf Prozent. Das wirkt sich natürlich auch auf die Urlaubskasse aus.

Srdjan Govedarica ARD-Studio Wien

Ein Beispiel: Ein Mittagessen für eine vierköpfige Familie kann an der Adriaküste 700 Kuna und mehr kosten. Das sind - je nachdem, wo man Geld getauscht hat - rund 100 Euro. In besonders beliebten Touristenorten wie Dubrovnik, Split, Rovinj oder Hvar kann es noch teurer werden.

Touristen sitzen in einem Restaurant auf einer Terrasse in Rovinj | AFP

Beim Restaurantbesuch spüren Kroatien-Urlauber die Preissteigerungen sehr deutlich. Bild: AFP

Spritpreise überwiegend gedeckelt

Autofahrer können in Kroatien hingegen aufatmen - zumindest ein bisschen. Die kroatische Regierung deckelt Spritpreise an allen Tankstellen abseits der Autobahnen, um die Teuerungen abzufedern. Ein Liter Diesel kostet dort rund 1,70 Euro, ein Liter Benzin 1,80 Euro. Diese Preisobergrenze gilt bis Anfang Juli. Danach will die Regierung die Lage neu beurteilen.

Tanken entlang der Hauptreiserouten sollten Kroatien-Urlaube also vermeiden. Überall sonst - laut der kroatischen Regierung an rund 94 Prozent der Tankstellen - wird sich die Spritpreisbremse auswirken.

Keine Corona-Auflagen mehr

Corona ist aus der öffentlichen Wahrnehmung in Kroatien fast völlig verschwunden. Die Infektionszahlen sind nach offiziellen Angaben sehr gering. Es gibt weder bei der Einreise noch im Land nennenswerte Einschränkungen. Kroatische Touristikexperten rechnen mit einer sehr guten Sommersaison - ähnlich wie in den Rekordjahren vor Corona. Es wird wieder voll an der Adria.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Juni 2022 um 17:41 Uhr.