Zapfsäulen an einer Tankstelle in Frankreich | picture alliance/dpa/MAXPPP

Spritzulage Frankreich plant Tankschecks über 100 Euro

Stand: 07.12.2022 13:00 Uhr

Kurz vor Auslaufen des Tankrabatts in Frankreich hat Premierministerin Elisabeth Borne Tankschecks in Höhe von 100 Euro angekündigt. Profitieren sollen diesmal aber nur Franzosen mit geringem Einkommen.

In Frankreich sollen Menschen mit geringen Einkommen im kommenden Jahr eine Spritzulage von 100 Euro bekommen, wenn sie ihr Auto für den Weg zur Arbeit benötigen. Premierministerin Élisabeth Borne sagte dem Sender RTL, es ginge um eine Einmalzahlung. Die 100 Euro sollen im Januar für das ganze Jahr ausgezahlt werden. Der Staat will dafür eine Milliarde Euro bereitstellen.

Tankscheck entspricht Tankrabatt von zehn Cent

"Wir unterstützen weiter Franzosen mit geringem Einkommen, die ihr Auto brauchen, um zur Arbeit zu fahren", sagte Borne. Etwa zehn Millionen Menschen hätten Anrecht auf den staatlichen Zuschuss. Ein Paar mit geringem Einkommen und zwei Autos kann den Tankscheck doppelt beantragen. Auch Motorrad- und Motorrollerfahrer können davon profitieren.

Die Unterstützung entspreche einem Tankrabatt von zehn Cent pro Liter für jemanden, der - wie der Durchschnittsfranzose - etwa 12.000 Kilometer im Jahr fahre, sagte Borne. Aktuell gilt in Frankreich auf dem Festland ein Tankrabatt von zehn Cent pro Liter. Zum Jahresende soll dieser jedoch auslaufen. Borne sagte, wer im Jahr etwa 12.000 Kilometer fahre, erhalte mit der Spritzulage ebenfalls etwa einen Rabatt von zehn Cent pro Liter Kraftstoff.

Reiche profitierten von Tankrabatt besonders stark

Bis Mitte November belief sich der Tankrabatt in Frankreich noch auf 30 Cent pro Liter. Wie hierzulande auch stießen sich Experten jedoch am "Rasenmäherprinzip" des Tankrabatts. Sie wiesen darauf hin, dass davon auch reiche Autofahrer profitierten - und je größer und umweltschädlicher das Auto, desto mehr. Die Regierung in Paris hatte daher angekündigt, die Hilfen auf diejenigen zu beschränken, die es am nötigsten haben.

Die konservativen Republikaner kritisierten den Tankscheck als "weniger effizient als ein Tankrabatt". Die sozialistische Partei begrüßte die Ankündigung, monierte aber, dass Arbeitslose und Rentner nicht einbezogen seien. Grundsätzlich seien höhere Löhne sinnvoller als Schecks und Prämien, sagte der sozialistische Fraktionschef Boris Vallaud dem Sender France Inter.

Zeitweise reger Tanktourismus nach Frankreich

Der französische Tankrabatt von 30 Cent bis Mitte November hatte zeitweise auch zu einem regen Grenzverkehr zwischen Deutschland und Frankreich geführt. Nachdem hierzulande der Tankrabatt von 17 Cent je Liter Diesel respektive 35 Cent je Liter Benzin zum 1. September ausgelaufen war, überquerten zahlreiche deutsche Autofahrer für eine Tankfüllung die Grenze und stürmten die französischen Tankstellen. Kurzfristig waren viele Tankstellen im französischen Grenzgebiet leergekauft.

Aktuell besteht jedoch nur noch eine minimale Preisdifferenz zwischen französischen und deutschen Tankstellen - zugunsten der deutschen Autofahrer. Dem ADAC zufolge zahlten Autofahrer in Deutschland im Schnitt zuletzt 1,74 Euro je Liter Super und 1,84 Euro je Liter Diesel (Stand: 2.12.). In Frankreich mussten Autofahrer für die beiden Spritsorten mit 1,76 respektive 1,86 Euro jeweils zwei Cent mehr hinlegen.