Stromleitung

Europa-Vergleich Deutsche zahlen am meisten für Strom

Stand: 07.06.2021 10:37 Uhr

Während der Strom in Europa insgesamt günstiger wird, zieht der Preis in Deutschland immer weiter an. Steuern, Abgaben und Umlagen machen dabei etwa die Hälfte der Kosten für die Verbraucher aus.

Deutschland liegt bei den europäischen Strompreisen erneut an der Spitze. Im Jahr 2019 hatte Deutschland die Position als Staat mit den höchsten Strompreisen in Europa von Dänemark übernommen, im Jahr 2020 sind die Kosten nochmals gestiegen. Das geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe nach einer Anfrage durch die Linksfraktion im Bundestag vorlagen. 

In Europa sinken die Preise

Demnach mussten kleine Haushalte mit einem Stromverbrauch von 1200 Kilowattstunden im vergangenen Jahr 34,30 Cent je Kilowattstunde zahlen. 2019 waren es noch 33,49 Cent. Auch für größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden sei es deutlich teurer geworden. Sie zahlten den Angaben zufolge im Schnitt 30,43 Cent pro Kilowattstunde nach 29,83 Cent im Vorjahr.

Dabei seien die Strompreise im europäischen Durchschnitt im vergangenen Jahr den Angaben der Statistiker zufolge gesunken, schreiben die Zeitungen: Im Euroraum um 0,53 Cent auf 22,47 Cent je Kilowattstunde. Und in den 27 Ländern der Europäischen Union um 0,51 Cent auf 21,26 Cent.

Kritik an der Stromsteuer  

"Deutschland ist Europameister bei den Strompreisen. Sie sind inakzeptabel hoch und müssen deutlich sinken", sagte Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, den Funke-Zeitungen. Die Stromsteuer müsse für Privathaushalte abgeschafft und die EEG-Umlage grundlegend reformiert werden, forderte er. "Strom und Energie dürfen nicht zum Luxusgut werden."

Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) setzt sich der Strompreis aus Steuern, Abgaben und Umlagen mit einem Anteil von rund 51 Prozent am Haushaltsstrompreis zusammen. Der Anteil der Netzentgelte betrage 25 Prozent, Beschaffung und Vertrieb hätten einen Anteil von 24 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Juni 2021 um 06:04 Uhr.