Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung am Schreibtisch. | dpa
Hintergrund

Neuerungen im Corona-Jahr Was bei der Steuererklärung zu beachten ist

Stand: 19.05.2021 09:53 Uhr

Kurzarbeitergeld, Homeoffice-Pauschale, Corona-Bonus: Die Steuererklärung für 2020 unterscheidet sich in einigen Punkten von der bisherigen Routine. Für viele bedeutet das mehr Aufwand.

Von Andreas Braun, tagesschau.de

Die Pandemie hat zu besonderen Belastungen für Arbeitnehmer und Selbständige geführt, die der Fiskus mit verschiedenen Erleichterungen und Zuschüssen abfedern will. In der Steuererklärung für 2020 finden sich deshalb erstmals Neuerungen wie die Homeoffice-Pauschale wieder.

Verlängerung der Abgabefrist

Arbeitnehmer sind stärker als in den Vorjahren gefordert, eine detaillierte Steuererklärung abzugeben, wenn sie diese Erleichterungen auch nutzen wollen. Die Frist, die eigentlich bis Anfang August gilt, dürfte allerdings verlängert werden. Laut einem Antrag der Regierungsparteien CDU und SPD wird der allgemeine Abgabetermin für Steuerpflichtige wohl auf den 31. Oktober verschoben, wie das "Handelsblatt" berichtet. Wer einen Steuerberater zu Rate zieht, hat dann voraussichtlich sogar bis Ende Februar 2022 Zeit.

Eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen, macht angesichts einiger Veränderungen in der Steuersystematik nicht nur Sinn: Es ist für viel mehr Menschen als in den vergangenen Jahren auch verpflichtend. Denn wer mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld oder andere Lohnersatzleistungen erhalten hat, muss sich dem Fiskus erklären - und das waren 2020 viel mehr Arbeitnehmer als in den Vorjahren.

Anlage "Corona-Hilfen"

Auch die Formular-Sammlung für die Steuererklärung ist für 2020 umfangreicher geworden. Denn mit der "Anlage Corona-Hilfen" werden erhaltende Zuschüsse, Überbrückungshilfen und Soforthilfen ausgewiesen, die Freiberufler, Kleinunternehmer und Betriebe erhalten haben. Auch wer von diesen Berufsgruppen keine dieser Hilfen erhalten hat, muss dies hier erklären.

Für viele Steuerpflichtige ist die Einführung der Homeoffice-Pauschale die wichtigste Neuerung: Für das vergangene Jahr können fünf Euro für jeden Tag im Homeoffice, maximal aber 600 Euro, als Werbungskosten berücksichtigt werden. Für diese Tage kann allerdings keine Fahrtkostenpauschale in Anspruch genommen werden. Dabei muss kein separates Arbeitszimmer nachgewiesen werden. Wer dies aber tut, der kann insgesamt sogar 1250 Euro geltend machen, wenn er anteilige Ausgaben wie Miete, Versicherungen und andere Nebenkosten ansetzt.

Homeoffice kann sich bezahlt machen

Auch Ausgaben fürs Homeoffice können als Werbungskosten angesetzt werden, vorausgesetzt, sie werden zu mindestens 90 Prozent beruflich genutzt. Dabei können Anschaffungen für bis zu 800 je Gerät oder Möbelstück (ohne Mehrwertsteuer) direkt angesetzt werden. Ein Computer, der teurer war, kann über drei Jahre abgeschrieben werden, für Büromöbel gelten andere Zeiträume.

Das Kurzarbeitergeld, das viele Arbeitnehmer im vergangenen Jahr coronabedingt erhalten haben, kann für viele Steuerpflichtige zu einer Nachzahlung gegenüber dem Finanzamt führen. Denn dieser staatliche Zuschuss wird bei der Berechnung der Einkommenssteuer zum Gehalt dazugezählt. Damit erhöht sich im Nachhinein entsprechend der Steuersatz.

Corona-Bonus steuerfrei

Steuer- und abgabenfrei kann dagegen ein Corona-Bonus des Arbeitgebers einbehalten werden. Dieser kann bis spätestens März 2022 gezahlt werden und darf insgesamt 1500 Euro nicht überschreiten. Er kann in mehreren Teilen ausgezahlt werden. Diese Prämie muss auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

Der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro, den Familien im vergangenen Jahr für jedes Kind erhalten haben, für das sie Anspruch auf Kindergeld haben, kann allerdings steuerliche Folgen haben. Kindergeld oder entsprechende Freibeträge werden vom Finanzamt mit dem Kinderbonus verrechnet. Gerade bei höheren Einkommen kann dann der Kinderbonus unter dem Strich wieder aufgezehrt werden.

Anerkennung für Impfhelfer

Wer in der Pandemie als Impfhelferin oder -helfer freiwillig tätig war, kommt in den verdienten Genuss einer steuerlichen Entlastung. Laut einer von Bund und Ländern beschlossenen Sonderregelung können die Freiwilligen einen Freibetrag von 3000 Euro nutzen, der auch etwa für Übungsleiter in Sportvereinen gilt.