Eine Zapfsäule an einer Tankstelle. | dpa

Kosten an der Zapfsäule Spritpreise höher als bei allen EU-Nachbarn

Stand: 12.09.2022 10:03 Uhr

Nach dem Ende des Tankrabatts müssen die Deutschen im EU-Vergleich wieder besonders hohe Preise für Benzin und Diesel zahlen. Das Statistische Bundesamt sieht vor allem Lieferengpässe und den Ukraine-Krieg als Ursachen.

Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland müssen für Sprit deutlich mehr als in allen EU-Nachbarstaaten bezahlen. Am 5. September kostete ein Liter Super E5 im Tagesdurchschnitt 2,07 Euro, ein Liter Diesel 2,16 Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Benzin war damit günstiger als Ende Mai vor Beginn des Tankrabatts, Diesel teurer. 

Am 5. September waren die Benzinpreise nur in den Nachbarländern Dänemark mit 2,04 Euro und den Niederlanden mit 2,01 Euro pro Liter ähnlich hoch wie hierzulande. In Polen, Luxemburg, Frankreich, Tschechien, Belgien und Österreich lagen sie mit 1,38 bis 1,74 Euro deutlich niedriger. Beim Dieselpreis betrug der Unterschied neun bis 55 Cent: In Dänemark kostete der Liter Diesel 2,07 Euro, in Polen 1,61 Euro. 

Mit dem Tankrabatt hatte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Kraftstoffe für vier Monate bis Ende August gesenkt. Inklusive Mehrwertsteuer bedeutete das eine Ersparnis von 35,16 Cent beim Benzin und 16,71 Cent beim Diesel.

Vor Einführung des Rabatts am 30. Mai war Superbenzin E5 laut Statistik nur in den Nachbarländern Dänemark und Niederlande teurer gewesen als in Deutschland. Ein Liter kostete damals 2,21 Euro. Für Diesel wurden Ende Mai pro Liter 2,04 Euro fällig. Laut Statistik liegen die Preise für Diesel an den deutschen Tankstellen bereits seit dem 26. August höher als vor Einführung des Tankrabatts.

"Ursachen vielfältig"

Die Ursachen für die unterschiedliche Entwicklung seien vielfältig, erklärte das Statistische Bundesamt. "Neben Lieferengpässen dürften die in Folge des Kriegs in der Ukraine ausbleibenden Dieselimporte aus Russland eine Rolle spielen."

Insgesamt sind die Kraftstoffpreise deutlich höher als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Am 21. Februar hatte ein Liter E5 noch 1,80 Euro und Diesel 1,66 Euro gekostet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. September 2022 um 17:22 Uhr.