Ein Autofahrer betankt ein Auto mit dem Kraftstoff Diesel an einer Tankstelle. | dpa

Spritpreise Entspannung an der Zapfsäule

Stand: 24.11.2021 16:40 Uhr

Gegenüber der vergangenen Woche ist der Benzinpreis um mehr als zwei Prozent gesunken, auch beim Diesel entspannt sich die Situation. Wie lange der Rückgang anhält, ist unklar.

Monatelang stiegen die Preise für Benzin und Diesel, nun sind sie auf Wochensicht gesunken. Der ADAC teilte mit, dass der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,671 Euro kostet und damit 2,1 Cent günstiger ist als in der vergangenen Woche.

Die Dieselpreise gingen ebenfalls zurück, allerdings nur um 0,6 Cent. Damit kostet der Liter Diesel aktuell 1,551 Euro. Der Preis für den Kraftstoff hatte bereits in der vergangenen Woche nachgegeben. Trotz der momentan sinkenden Preise rechnet der ADAC nicht damit, dass der Rückgang lange anhalten wird. Die Entwicklung der Spritpreise hängt von den Ölpreisen ab.

Ölpreise steigen nach Notfreigabe

Die Ölpreise, die seit Ende Oktober tendenziell zurückgingen, zogen nach der gestrigen Freigabe der Notreserven von mehreren Ländern zunächst deutlich an. Die USA, China, Indien, Japan, Südkorea und Großbritannien hatten zur Senkung der Ölpreise gestern einen Rückgriff auf ihre nationalen Reserven bekanntgegeben. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die koordinierte Freigabe zu einem zusätzlichen Angebot von 70 bis 80 Millionen Barrel Rohöl führen könnte.

Heute fallen die Ölnotierungen wieder leicht zurück. Dass die Preise nach der Freigabeankündigung per saldo stiegen, könnte laut Beobachtern daran liegen, dass die Märkte die Maßnahme bereits eingepreist hatten. Außerdem hätten die Marktteilnehmer mehr erwartet: "Die Anleger waren enttäuscht über den geringen Umfang der gemeinsamen Ölfreigabe durch die Vereinigten Staaten und andere Länder", sagte Satoru Yoshida, Rohstoffanalyst bei Rakuten Securities der Nachrichtenagentur Reuters. Erwartet worden war die Freigabe im Umfang von mehr als 100 Millionen Barrel.

Wie reagiert das Kartell?

Unklar ist, ob die Ölförderländer als Reaktion auf die Notfreigabe nun ihre Produktion drosseln. Die 23 Förderländer weiten ihre Produktion seit Sommer aus, allerdings nur schrittweise und in moderatem Tempo. Am 2. Dezember beraten die Staaten der OPEC+ über ihre weiteren Fördermengen.