Kinder mit Schulranzen | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Kartellamt moniert Mindestpreise Bußgeld gegen Schulranzen-Hersteller

Stand: 17.08.2021 14:34 Uhr

Das Bundeskartellamt hat gegen den Hersteller der bekannten Schulrucksack-Marken "ergobag" und "Satch" ein Bußgeld verhängt. Das Unternehmen schrieb Händlern vor, bestimmte Preise nicht zu unterschreiten.

Das Bundeskartellamt wirft dem Hersteller Fond Of vor, Händler beim Vertrieb von Schulranzen und Rucksäcken in der Preispolitik eingeschränkt zu haben. Deshalb hat die Wettbewerbsbehörde eine Geldbuße in Höhe von insgesamt rund zwei Millionen Euro wegen sogenannter "vertikaler Preisbindung" gegen das Kölner Unternehmen verhängt, das für die Marken "ergobag" und "Satch" bekannt ist.

"Das Unternehmen Fond Of hat über Jahre hinweg Mindestpreise für seine Schulrucksäcke und -taschen vorgegeben und dafür gesorgt, dass die beteiligten Händler diese Preise nicht unterschreiten", so Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Sanktionen gegen Händler

Derartige Preisvorschriften führten häufig dazu, dass die Verbraucher höhere Preise zahlen müssten, sagte Mundt. "Gerade bei Schulrucksäcken und Schultaschen ist die Zahlungsbereitschaft der Eltern zum Schutz der Kinder relativ groß. Hier noch zusätzlich eine Preisbindung durchzusetzen, ist in keiner Weise akzeptabel." Für Schulranzen des Herstellers Fond Of müssen Eltern zum Teil über 200 Euro bezahlen.   

Nach den Ermittlungen des Kartellamtes hat Fond Of die Händler zwischen 2010 und 2019 bei den Preisen für Schulranzen und Rucksäcke eingeschränkt. Die Einhaltung der Mindestpreise sei systematisch kontrolliert und auch mit Sanktionen gegen die Händler durchgesetzt worden. Dabei dürfen Hersteller eigentlich schon seit den 1970er-Jahren nur unverbindliche Preisempfehlungen geben.

Durchsuchungsaktion im Jahr 2019

Beim Bußgeld sei berücksichtigt worden, dass Fond Of mit dem Kartellamt umfassend kooperiert habe und das Verfahren einvernehmlich abgeschlossen worden sei, hieß es von der Wettbewerbsbehörde. Der Bußgeldbescheid sei damit rechtskräftig. Das Verfahren gegen die beteiligten Händler und Verantwortliche bei Fond Of wurde eingestellt.

Eingeleitet worden war das Verfahren im Zusammenhang mit einem Amtshilfeersuchen der österreichischen Wettbewerbsbehörde. Sie hatte ebenfalls gegen das Unternehmen ermittelt. Im Januar 2019 war es zudem zu einer Durchsuchungsaktion gekommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. August 2021 um 14:41 Uhr.