Krankenversichertenkarten

Höhere Zusatzbeiträge 21 Millionen Krankenversicherte zahlen drauf

Stand: 20.01.2022 10:55 Uhr

Zum Jahresbeginn haben mehr als ein Dutzend Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöht. Betroffen sind Millionen gesetzlich Versicherte. Doch die Mehrkosten von bis zu 261 Euro im Jahr können sie verhindern.

Laut einer Untersuchung des Vergleichsportals Check24 müssen rund 21 Millionen gesetzlich Krankenversicherte seit Jahresbeginn höhere Beiträge bezahlen. Demnach haben 19 der 97 gesetzlichen Kassen in Deutschland ihre Zusatzbeiträge erhöht. 67 Kassen haben ihre Zusatzbeiträge konstant gehalten und elf gesenkt.

Dass dennoch mehr als ein Viertel der rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten höhere Zusatzbeiträge zahlen müssen, liegt der Auswertung zufolge daran, dass gleich mehrere große Kassen mehr Geld verlangen. Für die Versicherten schlagen die höheren Zusatzbeiträge laut Check24 im teuersten Fall mit jährlichen Mehrkosten von 261 Euro zu Buche.

Sonderkündigungsrecht bis Ende Januar

Das muss aber nicht sein: Erhöht ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag, haben gesetzlich Versicherte nämlich ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31. Januar 2022. Nach Ablauf der gesetzlichen Wechselfrist von zwei Kalendermonaten können sie dann zum 1. April Mitglied bei der neuen Krankenkasse werden. Versicherte haben zudem das Recht, alle zwölf Monate ihre gesetzliche Krankenkasse zu wechseln.

Der allgemeine Krankenkassenbeitrag liegt bei 14,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, der ermäßigte Beitragssatz für Arbeitnehmer ohne Anspruch auf Krankengeld beträgt 14,0 Prozent. Darüber hinaus können die Kassen jedoch einen Zusatzbeitrag festlegen, der derzeit bis zu 2,5 Prozent beträgt. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), bis zu deren Höhe Beiträge erhoben werden, liegt 2022 wie im Vorjahr unverändert bei 58.050 Euro im Jahr.

Unterschiede bei den freiwilligen Leistungen

Ein Großteil der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ist identisch. Allerdings gibt es einige Unterschiede bei den freiwilligen Leistungen. Diese betreffen insbesondere die Zahngesundheit (professionelle Zahnreinigung und vergünstigter Zahnersatz), Impfungen (Grippeschutzimpfungen unter 60 Jahre und Reiseschutzimpfungen), verschiedene Krebsvorsorgeuntersuchungen und osteopathische Behandlungen.

Die GKV fürchtet in diesem Jahr ein Milliardendefizit. Der Schätzerkreis aus Experten von Bundesgesundheitsministerium, Bundesamt für Soziale Sicherung und GKV-Spitzenverband hatte im Herbst einen zusätzlichen Finanzbedarf von sieben Milliarden Euro prognostiziert.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 03. Januar 2022 um 05:30 Uhr.