Auf einem Schild steht "Rettet unseren Planeten" | dpa

Untersuchung zu CO2-Fußabdruck Kleine Änderungen, große Klima-Wirkung

Stand: 09.07.2021 09:58 Uhr

Wegen des Klimawandels sollen die CO2-Emissionen möglichst schnell sinken. Experten haben vier Maßnahmen identifiziert, die wenig kosten, teilweise sogar Geld sparen, aber viel bringen.

Laut einer Untersuchung ist es für die Bürger relativ einfach, den persönlichen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Nötig sind demnach nur moderate Veränderungen. Würden die deutschen Haushalte in Zukunft nur noch die Hälfte der Lebensmittel wegwerfen, würde das gut sechs Millionen Tonnen CO2 einsparen, wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Der Bedarf an Lebensmitteln würde sinken, es müsste weniger angebaut, transportiert oder gekühlt werden, und es entstünden dabei weniger Treibhausgase.

Weniger Fleischkonsum würde Klima stark entlasten

Würden die Bürger ein Fünftel weniger Fleisch und stattdessen Fleischersatz essen, lägen die Einsparungen bei fast zehn Millionen Tonnen CO2. Der Fleischkonsum gilt als sehr schädlich für das Klima, zumal Nutztiere große Mengen Methan ausscheiden. Laut dem Umweltbundesamt ist das Gas 25 Mal so klimawirksam wie CO2.

Auch in anderen Bereichen des Alltags sehen die Experten Potenzial für den Klimaschutz: Würden alle Bürger ein Fünftel weniger neue Kleidung kaufen als bisher, lägen die CO2-Einsparungen laut IW bei rund zwölf Millionen Tonnen pro Jahr. Im Schnitt kauft jeder Bürger in Deutschland pro Jahr den Angaben zufolge 56 Kleidungsstücke.

Der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn würde ebenfalls helfen, um den Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Der innerdeutsche Flugverkehr verursachte im Jahr 2019 den Angaben zufolge etwa zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Weniger CO2-Ausstoß

Die vier Maßnahmen zusammengenommen würden demnach den CO2-Fußabdruck je Einwohner von derzeit etwa elf Tonnen pro Jahr um 0,6 Tonnen verringern. Sollte die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, wäre nach IW-Angaben aber eine Reduzierung auf weniger als eine Tonne nötig. Der größte Teil müsse demnach aus der klimaschonenden Umstellung der Energieerzeugung, aus der Industrie und dem Verkehr kommen.

Es geht bei den Zahlen um sogenannte CO2-Äquivalente - somit ist nicht nur die Treibhausgaswirkung von Kohlendioxid einberechnet, sondern etwa auch die des in der Landwirtschaft freiwerdenden Methans. "Eine nachhaltige Lebensweise ist ein ergänzender, aber wichtiger Faktor, um die Emissionen im Sinne des Klimaschutzes stark zu senken", kommentierte IW-Experte Roland Kube.

Über dieses Thema berichtete das Kulturjounal im NDR Fernsehen am 02. März 2020 um 22:43 Uhr.

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Moderation 09.07.2021 • 13:13 Uhr

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