Ein Kassenbon und Lebensmittel auf einem Laufband | picture alliance / SvenSimon

Teuerung im August bei 7,9 Prozent Energie und Nahrung treiben Inflation

Stand: 13.09.2022 09:56 Uhr

Um fast acht Prozent sind die Preise in Deutschland im August im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dafür waren vor allem Kosten für Erdgas, Heizöl und Lebensmittel verantwortlich.

Das Statistische Bundesamt hat seine erste Schätzung für die Teuerung in Deutschland am Morgen bestätigt: Das Plus bei den Verbraucherpreisen lag bei 7,9 Prozent gegenüber dem August des vergangenen Jahres.

Damit geht der Preisauftrieb sogar noch leicht beschleunigt weiter: Im Juli lag die Teuerungsrate noch bei 7,5 und im Juni bei 7,6 Prozent. "Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor Preiserhöhungen bei den Energieprodukten und bei Nahrungsmitteln", so der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel.

Heizöl und Erdgas treiben Energiepreise

Energie hat sich für die Verbraucher am deutlichsten verteuert. Preise für leichtes Heizöl kletterten binnen Jahresfrist um 111,5 Prozent, für Erdgas mussten sie 83,8 Prozent und für Strom 16,6 Prozent mehr bezahlen. Für Kraftstoffe wie Benzin wurden 16,5 Prozent mehr verlangt. Die staatlichen Entlastungsmaßnahmen wirkten dabei sogar noch preisdämpfend. Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende August sind die Kraftstoffpreise wieder stärker gestiegen.

Die Preise für Energie und Kraftstoffe haben auch Pauschalreisen um durchschnittlich 12,5 Prozent verteuert. Gaststätten und Beherbergungsdienstleistungen wurden 8,1 Prozent teurer.

Fleisch und Brot werden deutlich teurer

Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke mussten die Deutschen im August im Schnitt 15,7 Prozent mehr ausgeben. Spitzenreiter dabei waren Fleisch und Fleischwaren, die sich um 18,6 Prozent verteuerten. Brot und Getreideerzeugnisse wurden im Schnitt um 17,1 Prozent teurer, Gemüse um 9,7 Prozent.

ifo-Institut: Inflation steigt zum Jahreswechsel weiter

Vor allem die Kosten für Energie dürfte aus Verbrauchersicht weiter für einen Preisauftrieb in den kommenden Monaten sorgen. Die Energieversorger werden wohl vor allem zu Jahresbeginn 2023 ihre Strom- und Gaspreise spürbar an die hohen Beschaffungskosten anpassen, die nach der russischen Invasion der Ukraine deutlich gestiegen sind. Das Münchener ifo-Institut rechnet bis Anfang 2023 mit einem weiteren Anstieg der Teuerung auf elf Prozent. Das Gesamtjahr 2023 soll nach den Schätzungen eine durchschnittliche Teuerungsrate von 9,3 Prozent mit sich bringen.

Über dieses Thema berichtete am 13. September 2022 NDR Info um 10:40 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 12:00 Uhr.